In Georgien sendet der Fernsehkanal Imedi eine "Spezialreportage" über einen angeblichen Einmarsch der Russen. Es bricht Panik aus.
Es war 20 Uhr, beste Sendezeit, als für Georgien erneut der Krieg begann. Die düstersten Nachrichten flirrten über den Schirm; Präsident Michail Saakaschwili tot, russische Truppen auf dem Weg nach Tiflis, Häfen und Flughäfen bombardiert, die georgische Opposition habe zum Putsch aufgerufen. Die Menschen in Georgien wussten sofort, was zu tun ist: Einige rannten hinaus und kauften in Panik Benzin und Lebensmittel. Der Fünf-Tage-Krieg vom August 2008 war ja noch nicht lange her, wer weiß, vielleicht würde diesmal alles noch schlimmer kommen. Die Notdienste waren im Dauereinsatz, eine Frau starb an einem Herzinfarkt. Es war ein sinnloses Opfer.
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Georgiens Präsident Michail Saakaschwili - in der TV-Doku für tot erklärt - spricht nach der Ausstrahlung zur Bevölkerung. (© Foto: AFP)
Die so genannte "Spezialreportage", eine Collage mit Hilfe alter Aufnahmen, war frisiert. Erst am Ende des Beitrags erklärte der Fernsehsender Imedi, es gebe keinen Krieg; er habe nur auf mögliche künftige Entwicklungen hinweisen wollen. Aber nicht alle wollten sich so schnell wieder beruhigen lassen. Aus Wut kam es vor dem Gebäude des Senders in Tiflis zu einer spontanen Demonstration.
Orson Welles hatte 1938 in dem Hörspiel Krieg der Welten Millionen von Amerikanern mit der angeblichen Invasion von Marsmenschen genarrt. In Georgien aber ist die Erinnerung an den realen Konflikt vor zwei Jahren noch zu frisch, um die Sendung vom Samstagabend im Nachhinein als Schabernack zu empfinden.
Petre Mamradse von der Partei "Für ein gerechtes Georgien" nannte den Bericht "verantwortungslos". Eine andere Oppositionspolitikerin warf dem Sender vor, ein ganzes Volk in Angst zu versetzen. Und in Moskau sprach der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Konstantin Kossatschow, von einer "Provokation", über die Russland im Europarat debattieren lassen wolle.
Der Sender Imedi selber entschuldigte sich in einer Laufschrift für die "Informationssendung, die eine Imitation" gewesen sei. Ein Sprecher von Präsident Saakaschwili mahnte, der Beitrag habe nicht journalistischen Standards gesprochen. Der Staatschef selber sagte: "Der Bericht war zwar falsch, aber sehr realitätsnah." Imedi steht weitgehend unter der Kontrolle der georgischen Regierung. Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Präsident und Opposition dürfte sich also weiter verschärfen - mehr Resonanz lässt sich mit einer Sendung zur Prime Time nicht erzielen.
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(SZ vom 15.03.2010)
Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hat sich mit einer "bunten", vom Westen unterstützten, Revolution an die Macht gebracht (die Ukraine lässt grüßen) und während der Olympiade in Peking einen Teil "seines" Staatsgebietes mit Krieg überzogen und es nach üblicher Manier der Russischen Föderation in die Schuhe geschoben. Undenkbar dass er nach den nächsten Wahlen noch Präsident sein wird, oder?.
Warum diese Entrüstung? In Deutschland läuft heute Abend ein Fernsehfilm mit gleicher Botschaft.
Alles abgeschaut von unseren Freunden USA die vor Wahlen auch ähnliche Filme gesendet haben in den die Russen quasi vor der Haustür standen.
Mieseste Propaganda, die die Heuchelei aufzeigt von dem Bemühen um Entspannung und Frieden.
Beweis dafür die steigenden Rüstungszahlen auch in Deutschland und die Aufrüstung der des Nahen Osten durch die USA.
Da Film und Fernsehen ein Massen Publikum erreichen ist das von den USA abgeschaut das wirksamste Mittel der politischen Meinungsbildung.
Obwohl Russland von Deutschland angegriffen wurde, 20 Mio. Russen getötet wurden und das Land zerstört wurde sind in jedem Film, Buch etc, die Russen die Bösen sind und die Amis die Guten.
Und die USA haben den Russen im Krieg geholfen um Geschäfte zu machen und nach dem Krieg den Kalten Krieg zu schüren um wieder Geschäfte zu machen.
Die Fakten der Geschichte werden durch propagandistische Feindbilder leider erfolgreich verfälscht.
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