Neustart der Nachrichtenagentur dapd endgültig gerettet

Die Tinte unter den Verträgen ist trocken: Der Investor Ulrich Ende ist, wie bereits im Dezember angekündigt, in die angeschlagene Nachrichtenagentur dapd eingestiegen. Chefredakteurin Melanie Ahlemeier verlässt auf eigenen Wunsch das Unternehmen.

Die insolvente Nachrichtenagentur dapd ist endgültig gerettet. Nachdem bereits Mitte Dezember 2012 bekannt geworden war, dass Ulrich Ende mit einer Gruppe von Investoren einen Einstieg bei der Agentur plant, übernimmt die vom früheren N24-Chef gegründete dapd Nachrichten Beteiligungs GmbH die Geschäftsbetriebe der insolventen dapd-Gesellschaften zum 1. Februar.

Ein entsprechender Kauf- und Übernahmevertrag sei am Montag unterzeichnet worden, teilte der Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Dienstag in Berlin mit. Über den genauen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die neue dapd Nachrichten GmbH startet am 1. Februar als Vollagentur mit den Basisdiensten Politik, Wirtschaft und Panorama, den zwölf Landesdiensten sowie den Themendiensten und Auslandsberichten. Fotodienste und Videoangebote runden das Angebot ab. "Wir haben es geschafft, die dapd in kurzer Zeit aus der Insolvenz zu übernehmen und ein verlässliches und gleichwertiges Angebot für die Kunden zu entwickeln. Dieses werden wir in Zukunft weiter verbessern", erklärte Ende, der nun auch Geschäftsführer der neu gegründeten dapd Nachrichten GmbH ist.

Ebenfalls bekannt wurde, dass die bisherige dapd-Chefredakteurin Melanie Ahlemeier das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen wird. Die Journalistin, die zuvor bei der dpa und bei den Online-Portalen der inzwischen eingestellten Financial Times Deutschland und von Süddeutsche.de beschäftigt war, war im März 2011 als Ressortleiterin Wirtschaft zur dapd gekommen. Bereits im Sommer desselben Jahres war sie zur Nachrichten- und Online-Chefin ernannt worden. Als Cord Dreyer im Herbst 2012 die Agentur verließ, übernahm sie zusammen mit Dirk von Borstel die Chefredaktion.

Der bisherige Co-Chefredakteur von Borstel bleibt auf seinem Posten. Ungeklärt ist noch, ob es einen Nachfolger für Ahlemeier geben oder von Bostel die Redaktion in Zukunft alleine führen soll. Eine neue Lösung werde Geschäftsführer Ende aber rasch vorstellen, hieß es.

Anfang Dezember hatte das Amtsgericht Berlin Charlottenburg für die dapd das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet, nachdem der vormalige Eigentümer Martin Vorderwülbecke nicht mehr länger bereit gewesen war, das defizitäre Geschäft des Unternehmens zu finanzieren. Es folgten Entlassungen, verschiedene Geschäftsbereiche werden derzeit abgewickelt.