Neues Magazin "Barbara" Auf jedem Cover prangt Barbara Schöneberger

Barbara erscheint mit einer Startauflage von 380 000 Stück.

(Foto: Gruner + Jahr; Gruner + Jahr)

Barbara Schöneberger gibt es jetzt auch als Zeitschrift. Bei den Lesern dürfte das Heft ankommen. Aber was hat die Moderatorin davon?

Von Katharina Riehl

Mitte Juni dieses Jahres hat der Verlag Gruner + Jahr Barbara Schöneberger in einen Zeitschriftenkiosk gestellt, und sie tat dort das, was sie am besten kann: Sie redete. Neben ihr stand eine schweigsame Version ihrer selbst, eine Barbara aus Pappe, auf deren T-Shirt folgender Satz zu lesen war: "Ich liege am liebsten oben!"

Das war natürlich nicht so schlüpfrig gemeint, wie es klang, denn Barbara Schöneberger gibt es jetzt auch in stapelbar. In dieser Woche, vier Monate also nach jener Pressekonferenz im Kiosk, kommt das Magazin Barbara zum ersten Mal in den Verkauf; eine Frauenzeitschrift, kein Fan-Magazin. Eine Zeitschrift, die so sein soll, wie die potenzielle Leserin sich Barbara Schöneberger vorstellt.

Ein paar Tage vor dem Starttermin, in einem schmucken Berliner Hotelzimmer, sitzt Barbara Schöneberger neben Brigitte Huber, vor den beiden Frauen liegt eine dicke Mappe auf dem Tisch. Brigitte Huber ist Chefredakteurin des Frauenklassikers Brigitte, der aber auch schon so hieß, bevor Brigitte Huber die Leitung übernahm. Auch für Barbara ist sie redaktionell verantwortlich. Nicht nur in Hamburg geht der Trend ja zum Multi-Chefredakteur.

Freundinnen fürs Leben

Die "Brigitte Wir" richtet sich an Frauen in der "dritten Lebenshälfte". Endlich: Jetzt ist jede Phase einer weiblichen Biografie durch die entsprechende Zeitschrift abgedeckt. Von Katharina Riehl mehr ...

In die Mappe auf dem Tisch sind die Seiten ihrer neuen Zeitschrift geheftet, vom Titelbild in Klarsichtfolie schaut einem Barbara Schöneberger entgegen, wie sie es künftig von jedem Cover tun wird, zehn Mal im Jahr. Links neben ihrem Kopf steht das Versprechen, an dem sich der Titel des Verlags Gruner + Jahr (Stern, Geo) wird messen lassen müssen: "Kein normales Frauenmagazin". Gemeint ist: keine Diäten, keine Selbstoptimierung, keine 36 Tipps für besseren Sex. Eine Zeitschrift ohne die Basics ihrer Gattung.

Die berühmteste ganz normale Frau des Landes

Barbara Schöneberger ist eine der erfolgreichsten deutschen Medienfiguren, was vor allem deshalb bemerkenswert ist, weil sie in all den Jahren nie eine wirklich große, erfolgreiche Fernsehshow moderiert hat. Stattdessen leitet sie mit Hubertus Meyer-Burckhardt im NDR eine kleine Talkshow, witzelt als Lieblingsgast in unzähligen Quiz- und anderen Sendungen über sich und ihre Figurprobleme, ist Gastgeberin bei Galas vom "Goldenen Lenkrad" bis zu den "Duftstars" - und hat es auch ohne die große eigene Bühne geschafft, eine ziemlich starke Marke aufzubauen.

Ihre Marke ist die Frau, die in Figur- und Faltenfragen kein Blatt vor den Mund nimmt, ihre Marke ist: die berühmteste ganz normale Frau des Landes. In einer Magazinwelt, in der Diäten mit 23-jährigen Models bebildert werden, ist es durchaus wahrscheinlich, das Barbara deshalb funktionieren könnte. Mit dem Anzeigenverkauf für Heft eins ist man jedenfalls schwer zufrieden.

Es ist also ziemlich klar, was Gruner + Jahr von Barbara Schöneberger will. Aber was will Barbara Schöneberger von Gruner + Jahr?