Myanmar gewährt mehr Medienfreiheit Ende der Zensur

Lange galt Myanmar als eines der restriktivsten Länder der Welt, jetzt soll die Medienzensur abgeschafft werden. Journalisten müssen ihre Texte nicht mehr vorab der staatlichen Prüfstelle vorlegen - dennoch hält sich der Staat ein Hintertürchen offen.

Von Zeitungen über Liedtexte bis hin zu Märchen - jahrzehntelang mussten in Myanmar sämtliche Publikationen vorab von den Behörden genehmigt werden. Diese Kontrolle soll ab sofort ein Ende haben.

Denn die Regierung des Landes hat verkündet, Medien nicht mehr länger zensieren zu wollen. Das teilte das Informationsministerium am Montag auf seiner Website mit. Der Chef der Behörde für Pressezensur, Tint Swe, unterrichtete in Rangun eine Gruppe von Chefredakteuren über die neue Stärkung der Meinungs- und Pressefreiheit.

Erstmals seit fast 50 Jahren müssen Journalisten ihre Artikel vor einer Veröffentlichung nicht mehr staatlichen Zensoren vorlegen. Allerdings müssen publizierte Texte auch weiterhin bei der Prüfstelle eingereicht werden, um mögliche Verstöße gegen Verlagsrechte festzustellen, wie Journalisten mitteilten.

Das Land galt lange als eines der restriktivsten der Welt. Mehrere Jahrzehnte herrschte in Myanmar eine Militärjunta. Seit Frühjahr 2011 ist nun aber eine formal zivile Regierung unter Präsident Thein Sein an der Macht, die eine Reihe von Reformen einleitete. Auch die Medienzensur wurde im vergangenen Jahr allmählich gelockert. Nun wurde als letzte Etappe auch die Zensur politischer und religiöser Schriften abgeschafft.

Im Rahmen des Reformprogramms waren hunderte politische Häftlinge freigelassen worden. Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die jahrelang inhaftiert war oder unter Hausarrest stand, ist inzwischen ins Parlament eingezogen.