Medienpolitik Aufsicht!

Der SPD-Politiker Marc Jan Eumann ist jetzt Direktor der LMK, das Verfahren seiner Wahl sorgte für Streit - wie schon bei ähnlichen Posten in der privaten Medienaufsicht ist der Wechsel zwischem altem und neuem Amt Anlass für Spekulationen.

Von Claudia Tieschky

Am Montag ist der SPD-Politiker Marc Jan Eumann zum Direktor der Landesmedienanstalt in Rheinland-Pfalz (LMK) gewählt worden. Er wird im April antreten. Für Streit sorgte dabei: Bis vorigen Mai war er Medien-Staatssekretär in NRW. Die LMK-Spitze befand sich schon vorher in Hand der SPD, und das wenig durchsichtige Verfahren der Findungskommission konnte den Verdacht jedenfalls nicht zerstreuen, da würde jemand dank Parteizugehörigkeit auf einen gut dotierten Versorgungsposten gebracht. Der Kölner Medienanwalt Markus Kompa hatte sich kurzfristig als Gegenkandidat ins Spiel gebracht, eher ein Akt der Sorte Aktionskunst, aber erfolgreich: Die LMK-Versammlung, die aus Vertretern gesellschaftlicher Gruppen besteht und den Direktor wählt, will sich auf Wunsch einiger Mitglieder mit dem Ablauf des Wahlverfahrens grundsätzlich beschäftigen, sagt ihr Vorsitzender Albrecht Bähr.

Dass NRW in Eumanns eigener Amtszeit eine gesetzliche Karenzzeit für Wechsel wie seinen eingeführt hat, die er selbst jetzt reißt, ist eher ein Detail in den Annalen der Peinlichkeiten bei der Medienaufsicht, die den Privatfunk kontrolliert: Siegfried Schneider, Präsident der bayerischen BLM, übergab den Posten als Chef der Bayerischen Staatskanzlei im März 2011 an Marcel Huber, im Oktober 2011 darauf trat er bei der Medienaufsicht an. Tobias Schmid, Chef der Aufsicht in NRW, kam im Sommer 2016 direkt von RTL und dem Privatsenderverband VPRT.

Der Streit um seine Wahl dürfte vor allem Eumann selbst schwächen, der zu den wenigen Politikern gehörte, die sich mit Medienpolitik wirklich auskennen. Mal sehen, wann er im Amt etwas bewegt, das beweist, dass er der richtige Mann ist.