Media-Analyse Überallmedium

Die Deutschen verbringen wieder mehr Zeit vor dem Radio. An einem Werktag hören sie im Schnitt 247 Minuten - das sind mehr als vier Stunden. Dank digitaler Empfangskanäle gibt es so viele Sender zur Auswahl wie nie zuvor.

Ob im Auto auf dem Weg zur Arbeit, per Handy in der U-Bahn oder über Smart Speaker im heimischen Wohnzimmer - das Radio ist aus dem Alltag nicht wegzudenken; durch die digitalen Empfangskanäle sind so viele Sender verfügbar wie nie zuvor. An einem Werktag hören die Deutschen im Schnitt 247 Minuten Radio - mehr als vier Stunden. Aus den am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Daten der Media-Analyse (MA) geht zudem hervor, dass mehr als 95 Prozent der Befragten in einem Zeitraum von vier Wochen den klassischen Hörfunk und/oder Webradios/Musikstreamingdienste genutzt haben.

In Deutschland hören montags bis freitags in der Zeit von 5 bis 24 Uhr im Schnitt 37,43 Millionen Menschen öffentlich-rechtliche Sender und die privaten insgesamt 29,898 Millionen. Beide Gruppen konnten im Vergleich zur vorherigen Erhebung im März leicht zulegen. Am beliebtesten sind die zu Radio NRW zusammengeschlossenen 45 Lokalsender mit 1,68 Millionen Hörern pro Stunde (Montag bis Freitag, 6 bis 18 Uhr), gefolgt von WDR 2 (1,101 Millionen) und SWR 3 (1,095 Millionen), die beide mit 11,2 beziehungsweise 13,5 Prozent gegenüber der MA 2018 Audio I deutlich hinzugewonnen haben. Knapp zehn Prozent verloren hat Bayern 1 auf Rang vier (1,017 Millionen), gefolgt von Antenne Bayern mit 0,947 Millionen, was einem Verlust von 5,3 Prozent entspricht. Der (prozentual) größte Verlierer in den Top 50 ist RTL Radio (Berlin) mit 0,127 Millionen Hörern und einem Minus von 23 Prozent, der größte Gewinner Radio Bob! aus Hessen mit 0,18 Millionen Hörern und einem Plus von 47,5 Prozent.

Die zwei Mal im Jahr von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, einem Zusammenschluss aus Medien- und Werbewirtschaft, ermittelten Reichweiten werden in den Sendern mit Spannung erwartet, weil von der Akzeptanz der Hörer die Preisgestaltung für Werbespots abhängt. Rund 70 000 Menschen im Alter ab 14 Jahren werden im Rahmen der repräsentativen Untersuchung nach ihren Lieblingssendern gefragt.