MDR besetzt Intendanten-Posten Erfolg beim zweiten Anlauf

Der Machtkampf um die Besetzung des Intendanten-Postens beim MDR ist zu Ende: Der Rundfunkrat wählte die Juristin Karola Wille an die Spitze der von Krisen geschüttelten Rundfunkanstalt. Ende September war der MDR-Verwaltungsrat mit seinem ersten Kandidaten krachend gescheitert.

Von Christiane Kohl

Erleichterung beim Mitteldeutschen Rundfunk: Mit weit mehr Stimmen als notwendig wurde am Sonntagabend Karola Wille zur neuen Intendantin des MDR gewählt. Die 52-jährige Juristin ist damit die dritte Frau in Deutschland, die an der Spitze einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt steht.

Wille, die bereits seit 2003 als stellvertretende Intendantin des MDR fungierte, wird vermutlich noch in diesem Jahr ihr neues Amt antreten: Der Vertrag des bisherigen MDR-Intendanten Udo Reiter endet am 31. Oktober.

Der Wahl vorausgegangen war ein beispielloser Machtkampf um die Spitzenposition in der einflussreichen Drei-Länder-Anstalt im Osten Deutschlands. Noch vor ein paar Wochen hatte der MDR-Verwaltungsrat einen anderen Kandidaten nominiert, den bisherigen Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung Bernd Hilder. Dieser war jedoch im 43-köpfigen Rundfunkrat durchgefallen, er hatte lediglich zwölf Ja-Stimmen der 42 anwesenden Rundfunkräte bekommen.

In der thüringischen Kleinstadt Friedrichroda lief an diesem Sonntag nun alles nach Plan. In einem roten Karton sammelten die Wahlhelfer die Stimmen der insgesamt 39 anwesenden Rundfunkräte ein. Wenig später stand das Ergebnis fest: Wille hatte 32 Stimmen bekommen, nur sieben Rundfunkräte stimmten gegen sie. Für die Wahl war eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig - mithin hätten bereits 26 Stimmen für Willes Wahl ausgereicht.

Die Juristin hat eine steile Karriere hinter sich: Im ehemaligen Karl-Marx-Stadt geboren, studierte sie in Jena Jura. Nach der Wende ging sie als Justiziarin zur Stadt Leipzig und stieß 1991 zum MDR. Dort wurde sie 1996 juristische Direktorin und avancierte 2003 zur stellvertretenden Intendantin. Wille möchte nun eigenen Angaben zufolge einen Neuanfang bei dem von Krisen geschüttelten MDR anstoßen.