"Make Love" in MDR und SWR Löffelchen ohne Quetschung

Therapie direkt an der Bettkante: Sexologin Ann-Marlene Henning mit Modellpärchen.

(Foto: MDR/ gebrueder beetz filmprodukt)

Die erfolgreiche Aufklärungsreihe "Make Love" von MDR und SWR geht in die Fortsetzung. Zuweilen ist der Sexunterricht für Erwachsene zum Kichern, man kann aber auch Trost finden.

Von Luisa Seeling

Was ist nicht alles geschrieben worden, als die TV-Serie Make Love - Liebe machen kann man lernen vergangenes Jahr ausgestrahlt wurde. "Die schärfste Doku des Jahres" kündigte Bild an, die Protagonistensuche auf Facebook wurde kurzerhand zum "Schniedel-Casting", der Focus fand die Reihe "provokativ". Die ganze Aufregung verpuffte dann aber schnell. Make Love stellte sich als unaufgeregtes und kein bisschen schlüpfriges Format heraus, in dem sich normale Menschen mit ihren alltäglichen sexuellen Nöten einer Expertin anvertrauen. Ja, echter Sex war auch zu sehen. Vor allem aber wurde viel geredet über das, was zwischen den Laken passiert - oder eben auch: nicht passiert.

Nach den ersten fünf Folgen geht Make Love nun mit drei neuen in die Fortsetzung. Auch diesmal hat die vielfach ausgezeichnete Gebrüder-Beetz-Filmproduktion die Reihe für MDR und SWR produziert; die Firma hat Erfahrung mit Doku-Serien und interaktiven Formaten. Den Sendern zufolge haben 3,66 Millionen Menschen bundesweit mindestens eine Folge der ersten Staffel gesehen. Die Zuschauerreaktionen seien "durchweg positiv" ausgefallen, heißt es beim Pressegespräch in Berlin.

Völlig schmuddelfrei

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Die Serie lebt wesentlich von der Glaubwürdigkeit seiner Protagonisten

Produzent Christian Beetz versichert, in den Programmgremien habe es vorab keinen Gegenwind gegeben. Zwar sei die erste Staffel von Make Love "ein Sprung ins kalte Wasser" gewesen, das Format sei schließlich für MDR und SWR kein ganz typisches. Die Rundfunkräte hätten es dennoch durchgewunken. Ein Grund dafür, aus Beetz' Sicht: Die Macher hätten den Anspruch der Seriosität wie ein Schild vor sich hergetragen. Zudem beschäftige das Thema Sex doch alle, "auch Rundfunkräte".

Make Love basiert auf dem gleichnamigen Aufklärungsbuch für Jugendliche, das die dänische Neuropsychologin und Sexologin Ann-Marlene Henning 2012 gemeinsam mit der Journalistin Tina Bremer-Olszewski veröffentlicht hat. Henning, gebürtige Dänin, betreibt in Hamburg eine Praxis, ist aber inzwischen im Begriff, ein regelrechtes Make-Love-Imperium aufzubauen. Ihr Buch hat sich mehr als 200 000 Mal verkauft und ist in acht Sprachen übersetzt und in den deutschen Feuilletons ausführlich besprochen worden. Es ist angereichert mit ästhetischen Fotografien von jungen Paaren beim Liebesspiel. Dieses Jahr ist Make More Love erschienen, die Version für Erwachsene.

Beides, die Bücher und die Fernsehserie, durchzieht eine leise, pastellfarbene Leichtigkeit. Die Psychologin Ann-Marlene Henning hat dem Thema Sex einen ganz eigenen Sound verliehen: irgendwas zwischen witzig und sachlich, niemals flapsig oder albern. Ihre Aufklärung kommt ohne Zeigefinger aus. In jeder Folge trifft die Sexologin auf ein Paar mit einem bestimmten Sexproblem. Die Begegnungen sind eine Art Therapiegespräch in mehreren Sitzungen, mal finden sie im Grünen statt, mal im Wohnzimmer.