"Maischberger" zur AfD Zwischen Morddrohung und Kleine-Jungs-Streich

Rechts? Damit habe die AfD "gar nichts zu tun." Frauke Petry kann das sagen und dabei sehr unschuldig tun.

(Foto: WDR/Max Kohr)

Sandra Maischberger lässt über die "Tabupartei AfD" diskutieren. Parteichefin Frauke Petry beweist, dass sie viel reden - und trotzdem nichts sagen kann.

TV-Kritik von Gianna Niewel

Rechts? Damit habe die AfD "gar nichts zu tun." Frauke Petry kann das sagen und glockenhell lachen. Sie kann fordern, Artikel 16a des Grundgesetzes auszusetzen, der das Recht auf Asyl garantiert. Sie will die "kulturfremde und illegale Art der Einwanderung" stoppen. Sie kann auch dabei freundlich schauen. Viel reden, wenig sagen, lachen - das ist ihre Strategie, um durch den Abend bei Sandra Maischberger zu kommen.

Erst vor kurzem hatten sich die Spitzen von Grünen und SPD in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg geweigert, mit Vertretern der Alternative für Deutschland (AfD) in einer Wahlshow zu sitzen. Am Mittwoch versuchte Maischberger sich nun am Gegenteil: einer ernsthaften Auseinandersetzung. "Tabupartei AfD - Deutschland auf dem Weg nach rechts?" war das Thema ihrer Sendung. Zu der hatte sie unter anderem die Parteivorsitzende Frauke Petry geladen. Und die kam - "Lügenpresse" hin oder her.

"Starke Frauen sind dem Rechtspopulismus nicht mehr fremd"

Frauke Petry, Beatrix von Storch - Führungsfiguren der AfD sind weiblich, die Wähler aber: zu fast zwei Drittel Männer. Woran das liegt, erklärt der Politologe Marcel Lewandowsky. Von Julia Ley mehr ...

Wie weit rechts steht die AfD?

Zu Gast waren außerdem SPD-Vize Ralf Stegner und Spiegel-Kolumnist Jakob Augstein sowie der Schweizer Journalist Roger Köppel, der im vergangenen Herbst für die nationalkonservative SVP in den Nationalrat einzog, und der ehemalige AfD-Politiker Hans-Olaf Henkel, der die Partei mittlerweile verlassen hat und als "Monster" beschimpft.

Ja, es sollte in der Sendung auch um Deutschland gehen. Eigentlich. Doch dazu kam es nur kurz, als der Meinungsforscher Reinhard Schlinkert eine Umfrage seines Instituts Infratest dimap präsentierte. Demnach sind drei von vier AfD-Wählern Männer, sie stammen vornehmlich aus dem Osten und liegen in Bezug auf ihr Alter, ihr Einkommen und ihren Bildungstand im gesellschaftlichen Durchschnitt. Gerade bei ihnen punktet die Ein-Themen-Partei, seit sie nicht mehr den Euro kritisiert, sondern gegen Flüchtlinge Stimmung macht. Aktuell wäre die AfD drittstärkste Kraft im Bund. Grund zur Besorgnis sieht Schlinkert dennoch derzeit nicht: Ein Umfrageergebnis ist am Ende doch nicht gleichzusetzen mit dem Kreuz auf dem Wahlzettel.

Wie kann man der AfD den Gefallen tun, sie auszuschließen?

Malu Dreyer und Winfried Kretschmann weigern sich, im Fernsehen mit den Rechtspopulisten zu diskutieren. Der SWR sekundiert untertänig. Für die AfD ist das ein Geschenk. Kommentar von Jens Schneider mehr ...

Das Thema, das stattdessen den Abend überlagerte, war: Wie weit rechts steht die AfD? Petry gab sich arglos und so bedurfte es eines Einspielers, um ihr auf die Sprünge zu helfen. Darin hetzte Markus Frohmaier, der Bundesvorsitzende der "Jungen Alternative", gegen "linke Gesinnungsterroristen": "Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet." Es folgten der Thüringer AfD-Chef Höcke mit rechten Parolen und der AfDler Dubravko Mandic, der bei Facebook postete: "Von der NPD unterscheiden wir uns vernehmlich durch unser bürgerliches Unterstützerumfeld, nicht so sehr durch Inhalte." Noch Fragen?