Das Besondere an 11 Freunde ist aber auch die Tollkühnheit, einen Verein wie Rot Weiß Oberhausen ein Jahr lang zu begleiten und daraus eine 28 Seiten lange Titelgeschichte mit 23 Fotos zu basteln. So etwas gab es früher in Europa nur bei der schwedischen Fußballzeitschrift Offside.
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Der Autor der Oberhausen-Geschichte, Thorsten Schaar, ist übrigens Print-Journalist, Video-Produzent und Merchandiser in einer Person. Er kümmert sich unter anderem darum, dass in dem 11-Freunde-Shop, den es mittlerweile auch gibt, auf anthrazitfarbenen Frühstücksbrettchen mit kreideweißen Zeichnungen aus Melamin die richtigen Jahrhunderttore gezeigt werden. Muss so etwas ein Journalist machen? Das sei halt heutzutage so bei "kleineren Verlagen", sagt Schaar und hofft, dass G+J neue, ordentliche Verhältnisse schafft.
Der Einstieg des Hamburger Verlagshauses ist eigentlich eine 11 Freunde-Geschichte. Als Volker Breid, einer der G+J-Verlagsgeschäftsführer, der Fan von Manchester United ist, Geburtstag hatte, schenkte ihm ein Freund ein Abo der Fußballzeitschrift. Vorigen April vermittelte ihm Gala-Chefredakteur Peter Lewandowski, der Fan des 1. FC Kaiserslautern ist, als Geburtstagsgeschenk eine Heftkritik bei 11 Freunde in Berlin-Friedrichshain. Wenn Breid über dieses erste Treffen im Konferenzraum des Blattes berichtet, gluckst er vor Lachen. Solche Fan-Konferenzräume kannte er nicht.
Volker Breid, der 11 Freunde jetzt bei G + J betreut, ist eigentlich für Frauen/Familie/People verantwortlich und für Hefte wie Brigitte oder Eltern. Also sicher nicht für ein Sportblatt, das vor allem von Männern gelesen wird. Die Hamburger haben sich in letzter Zeit von den Frauenheften Emotion sowie Healthy Living getrennt. Experimentiert wird nun hauptsächlich mit neuen Titeln für eine spezielle männliche Leserschaft (Beef!, Business Punk). Frauen und Männer, geht das überhaupt? Warum eigentlich nicht. Leben wie Schreiben besteht größtenteils aus gelungenem Scheitern. Und wegen der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland erscheint seit 2009 vierteljährlich zusätzlich das Extra 11 Freundinnen. Also ist Breid jetzt doch irgendwie zuständig: Ein journalistisches Sommermärchen.
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(SZ vom 03.07.2010/berr)