Harald Schmidt ... leider geil

Late-Night-Talker als Fußballkommentator /
Von Vanessa Steinmetz
/ Veröffentlicht am , im TV-Blog

"Harald Schmidt hat wirklich Ahnung von der Materie", sagt sein Co-Kommentator Wolff-Christoph Fuss über den Entertainer.

(Foto: dapd)

Fußball kann endlich wieder spannend werden - zumindest wenn man sich neben dem Spielgeschehen auch für die Moderation interessiert. Late-Night-Talker Harald Schmidt hat jetzt angekündigt, für den Bezahlsender Sky ein Fußballspiel des VfB Stuttgart zu kommentieren. Für ihn kein ganz ungewohntes Terrain: Auf der Internetseite des Senders gibt er bereits Anmerkungen zu Fußballspielen, allerdings in eher trockenem Tonfall.

Ein bisschen auflockern könnte das Ganze sein Kollege Wolff-Christoph Fuss. Das Team Fuss/Schmidt hat nicht nur fachliche Qualitäten (Fuss moderiert für Sky neben der Bundesliga noch die Champions League und die englische Premier League), sondern könnte auch bei einer zähen Partie für Stimmung sorgen. Und das liegt nicht nur am Entertainer Schmidt.

Fuss ist ebenfalls schon häufiger mit markanten Kommentaren aufgefallen: "Messi, Messi, ... , leider geil", ist wohl der meist zitierte. Er ging Fuss während der Champions-League-Partie FC Barcelona gegen Bayer 04 Leverkusen über die Lippen. Das Spiel Werder Bremen gegen UC Sampdoria Genua kommentierte er 2010 mit: "Jetzt muss Genua sein ganzes Fleisch auf den Grill legen!"

Die Anmerkung zu seinem neuen Co-Kommentator fiel dagegen eher zahm aus: "Ich freue mich sehr auf unseren gemeinsamen Einsatz", sagte Fuss zu der vorerst einmaligen Kooperation. "Harald Schmidt hat wirklich Ahnung von der Materie und sich sehr für den Job des Kommentators interessiert. Da habe ich ihm angeboten, mal ein Spiel zusammen zu machen, und er hat sofort zugesagt."

Dass sich Schmidt nun testweise in neuen Formaten übt, ist nicht verwunderlich. Nachdem seine Late-Night-Talks sowohl bei den privaten als auch öffentlich-rechtlichen Sendern eingestellt wurden, scheint ihm auch sein Engagement bei Sky kein rechtes Glück zu bringen, zumindest quotentechnisch: Im September rutschte sein Marktanteil auf Null Prozent, die Zuschauerzahl fiel unter die Fünftausender-Marke.

An der Seite von Fuss kann er sich von diesen Zahlen vielleicht wieder etwas erholen - schließlich arbeiten die beiden derzeit nicht nur für denselben Sender, sie haben auch eine gemeinsame Vergangenheit: Beide sind im schwäbischen Nürtingen mit einigen Jahren Abstand auf dasselbe Gymnasium gegangen. Fuss war auch bereits zwei Mal in der Harald Schmidt Show zu Gast. Jetzt ist es halt mal andersherum.