"Krone"-Interview mit Haider und Diana Österreichische Zeitung spricht mit Toten

Stimmen aus dem Jenseits: Die "Kronen-Zeitung" lässt pünktlich zum Osterfest tote Promis "auferstehen". Sänger Falco bereut seine Drogenexzesse, Papst Johannes Paul II. warnt seinen Nachfolger und Rechtspopulist Haider beklagt, Opfer eines Attentats geworden zu sein.

Von Wolfgang Luef und Michael König

Viele seiner Anhänger haben es immer gewusst. Ihr Idol, der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider, wurde ermordet. Nicht Alkohol und Raserei waren der Grund für den Autounfall des Landeshauptmannes von Kärnten am 11. Oktober 2008, sondern ein Attentat.

Bestätigung bekommen die Verschwörungstheoretiker jetzt sozusagen aus erster Hand: von Jörg Haider selbst. Der tote Politiker meldete sich in der Sonntagsausgabe der Kronen-Zeitung zu Wort, mit etwa 2,7 Millionen Lesern die auflagenstärkste Zeitung Österreichs.

Haider wird darin so zitiert:

"Das Auto wurde von politischen Gegnern manipuliert. Eine grelle Explosion. Heftiger Schlag auf den Kopf. Habe von oben 'zugeschaut', wie es das Auto zerrissen hat."

Ist das Satire? Oder ein verfrühter Aprilscherz am 31. März? Eine entsprechende SZ-Anfrage an die Redaktion der Krone läuft. Der Text, erschienen im Sonntagsumschlag der Boulevardzeitung, Krone bunt, liest sich zumindest, als sei er ernst gemeint. Neben Haider kommen darin auch Popstar Falco, Papst Johannes Paul II. und Lady Diana zu Wort.

Sie alle seien von einer "zertifizierten Humanenergetikerin" kontaktiert worden, heißt es. Die "Frau, die mit den Toten spricht" brauche lediglich "ein Foto, den Namen und das Sterbedatum", um als Sprachrohr für Verstorbene zu dienen. "Aber der Mensch muss schon mindestens 12 Monate tot sein. Sonst funktioniert es nicht, weil die Energie noch zu schwach ist."

Im Falle von Diana ist die Bedingung erfüllt. Die am 31. August 1997 verstorbene Prinzessin spricht durch das "Medium" zu den Lesern:

"Sie besteht darauf, als 'königliche Hoheit' angesprochen zu werden. Prophezeit William und Kate drei gemeinsame Kinder. Meint, dass Harry noch reifen muss - und Camilla ein Trampel sei."

Papst Johannes Paul II. rät seinem Nachfolger Franziskus aus dem Jenseits, der müsse sich "in Acht nehmen" und "nicht zu liberal agieren." Popstar Falco ("Der Kommissar"), der 1998 in der Dominikanischen Republik bei einem Autounfall ums Leben kam, zeigt sich hingegen reumütig und warnt:

"Es war so viel Musik in meinem Kopf. Und Marihuana. (...) Ich hasse Marihuana. Lasst die Hände von Drogen. Die machen alles kaputt."

Mehr habe Falco nicht sagen wollen, er sei müde gewesen. Und auch beim toten Haider wirkt es so, als habe ihn die Kontaktaufnahme der Kronen-Zeitung nicht wirklich erfreut:

"Aber jetzt sollte man die Dinge endlich ruhen lassen. Damit auch meine Familie, die ich sehr vermisse, zur Ruhe kommen kann."