Zeitungen veranstalten Fahrradtouren für Abonnenten und betreiben mit großem Aufwand Heimatpflege. Nie wurden Leser mit solchem Aufwand bedient - und nie brachte das so wenig.
Es sind hässliche Zahlen und Grafiken, die Bodo Almert da auf seinem Rechner gespeichert hat. Der Geschäftsführer der Märkischen Oderzeitung schwenkt den Monitor, damit der Besucher sie besser sehen kann, diese Kurven, die den Niedergang dokumentieren: Egal, ob Lausitzer Rundschau, Nordkurier, Berliner Zeitung oder Almerts Blatt - überall das gleiche Bild: die Auflagen sinken und sinken, ein Ende ist nicht absehbar. Noch in diesem Jahr, fürchtet Almert, könnte die Abo-Zahl der Märkischen Oderzeitung erstmals unter 80.000 Stück fallen - 1998 waren es noch 132.000. Seitdem geht es konstant bergab. Wie anderswo auch.
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Nabelschnur zur Welt: Auf dem Land in Ostdeutschland ist die Zeitung manchmal wirklich wichtig. Dennoch kämpfen die Verlage. (© dpa)
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Almert könnte in seinem Büro in Frankfurt an der Oder noch lange solche Zahlen referieren, doch er ist in Eile: Am Abend hat die Märkische Oderzeitung, die hier nur alle beim Kürzel MOZ nennen, im 130 Kilometer entfernten Potsdam zum Jahresempfang geladen. Unter den Gästen ist auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, SPD. Bevor es ans Buffet geht, schmeichelt er den versammelten Journalisten: "Sie liefern Qualität und sind nah dran bei den Menschen", sagt Platzeck. "Die Zeitung ist für die Demokratie und das Miteinander essenziell."
Das hört sich zwar gut an. Doch um die deutsche Regionalpresse ist es schlecht bestellt. Wer in diesen Tagen mit Chefredakteuren telefoniert, um sich ein Bild von der Krise einer Branche zu machen, der hört stets ähnlich klingende Sätze: Ja, die Lage sei sehr ernst, man möge sich aber doch bitte woanders umschauen. Am besten bei der Konkurrenz.
Auch im ersten Quartal 2011 sind die Auflagen wieder gesunken, und das in ganz Deutschland. Die Schweriner Volkszeitung etwa hat binnen eines Jahres 3,8 Prozent der verkauften Auflage verloren, die Nürnberger Nachrichten 2,6. Dass der Kölner Express sich im vergangenen Jahr zumindest stabil halten konnte, gilt in der Branche schon als Erfolg.
Beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) muss man erst einmal nachdenken, um wenigstens ein halbwegs positives Beispiel zu finden: Der Hellweger Anzeiger gewann seit Anfang 2009 genau 215 Abonnenten hinzu - es sind jetzt gerade einmal 23738. Die Mehrzahl der großen Regionalzeitungen aber hat binnen eines Jahrzehnts bis zu einem Drittel der Auflage verloren. BDZV-Präsident Helmut Heinen, der selbst die Kölnische Rundschau herausgibt, spricht von einem "Erosionsprozess", der bereits Mitte der 90er Jahre begonnen habe, also noch vor dem Aufkommen des Internets, das so häufig für die Probleme der Zeitungen verantwortlich gemacht wird.
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Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Mich interessieren die Lokalnachrichten kaum, weil es hier meistens um ein Pfarrfest, Schützenfest oder ein neues Feuerwehrauto oder sonst was geht. Zugegeben es gibt ab und zu interessante Berichte, aber äusserst selten.
Ich habe auch kein Zeitungsabo, da ich die meisten Nachrichten im Internet lese. Es ist meistens schneller und aktueller. Ich lese die Zeitung halt zum Frühstück ( aus Gewohnheit ), aber meistens habe ich sie in kurzer Zeit durch.
Auch die Aufmachung der Heimatzeitung ist von anno dunnemal, wenig ansprechend. Wenn die Regionalzeitungen mehr Leser haben wollen, müssen sie ihre Aufmachung und die Inhalte bunter und interessanter gestalten, sonst bleibt es ein Käseblatt.
Ich habe das Regionalblatt bereits vor Jahren gekündigt, weil die Qualität immer schlechter geworden ist (vielleicht sind mit dem Alter auch meine Ansprüche gestiegen?). Nur Heimat und dass ein Stein in den Dorfbrunnen gefallen ist. Keine Hintergründe, keine kritische Beurteilung, keine Zusammenhänge, kein gut recherechiertes Thema, nur Meldungen von dpa abgeschrieben und viele Bilder von den Jubilaren der FFW, dem Auftritt der Kindergartenkinder auf dem Bürgerfest und dem runden Geburtstag des Bürgermeisters. Sicher alles interessante Meldungen für die Beteiligten, aber für die restlichen 99% eher nicht kauf-motivierend. Ganz abgesehen davon, dass manche Schreiber kaum des Deutschen mächtig zu sein scheinen.
Genau das sehe ich anders. Ich lese bei mir in Nordhessen die HNA, eben weil ich auch im Rahmen meiner Tätigkeit in der Lokalpolitik massig lokale Infos haben will / haben muss / haben sollte. Mittagspause und Zeitung raus, das ist ein alltägliches Ritual. Für die große Presse reicht dann abends ein Blick in die Nachrichten bzw. das kostenfreie Angebot der Süddeutschen hier.
aber was soll die Lösung "jünger, weiblicher und leichter verständlich"???
Jünger ok, Wen interessieren Berichte über die Medaillen zur 50jährigen bei der Feuerwehr?
Aber weiblicher und leichter verständlich?
Interessieren sich Frauen und nicht für (Lokal)Politik? Oder hält man die Leser für zu dumm? Das kommt einer Beleidigung der Leser gleich.