Interview mit Kommunikationsforscher Misstrauen als Auszeichnung

Je höher der Grad der Pressefreiheit, umso größer die Skepsis: Der Kommunikationsforscher Carsten Reinemann über die angebliche Vertrauenskrise der Medien.

Interview von Katharina Riehl und Ralf Wiegand

In den aktuellen Debatten um Flüchtlinge oder die Rolle der AfD gibt es massive Kritik an den Medien. "Systemmedien" und "Lügenpresse" sind feststehende Begriffe geworden. Unglaubwürdigkeit lautet der Vorwurf, das Vertrauen in die Veröffentlichungen schwindet. So zumindest ist oft der Eindruck auf Seiten der Medienschaffenden selbst. Aber ist das wirklich so?

SZ: Sie haben an der LMU München Daten über das Vertrauen der Menschen in Medien ausgewertet. Mit welchem Resultat?

Carsten Reinemann: Es gibt keinen dramatischen Vertrauensverlust. Die Daten geben ...