Der N24-Verkauf ist ein Fehler: Kernkompetenz kann nicht an Dritte ausgelagert werden.
Keine Frage, mit Fernsehnachrichten ist heute nur noch schwer Geld zu verdienen. Die Produktion eines guten Programms ist teuer, die Werbeeinnahmen sind nicht groß genug, die öffentlich-rechtliche Konkurrenz ist dagegen übermächtig. Es ist ein Zuschussgeschäft. Betriebswirtschaftlich gibt es also gute Gründe für den Verkauf von N24.
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ProSieben verkauft N24 an Rossmann und Aust ARCHIV: Ein Mann geht in Berlin an der Redaktion des Nachrichtensenders N24 vorbei (Foto vom 01.12.09). Der Nachrichtensender N24 wird verkauft. Wie die ProSiebenSat.1 Media AG am Mittwoch (16.06.10) mitteilte, uebernehmen N24-Geschaeftsfuehrer Torsten Rossmann, der fruehere 'Spiegel'-Chefredakteur Stefan Aust und der ehemalige 'Spiegel TV'-Manager Thorsten Pollfuss alle Anteile an der Firma. (zu ddp-Text) Foto: Timur Emek/ddp (© ag.ddp)
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Und doch ist es falsch, wenn Pro-Sieben-Sat-1-Chef Thomas Ebeling jetzt das Nachrichtengeschäft aus der Hand gibt. Nachrichten sind ein wichtiger Bestandteil eines Vollprogramms. Es ist ein Irrweg, zu glauben, eine solche Kernkompetenz könne einfach an Dritte ausgelagert werden, wie der Kantinenbetrieb oder wie IT-Dienstleistungen.
Nachrichten sind wichtig für die Qualität, die Zuschauerbindung, die Identität eines Senders, gerade für einen Familienkanal wie Sat1, aber auch für Stationen wie Kabel 1 oder Pro Sieben. Der private Konkurrent RTL zeigt, wie man es richtig macht. Dazu kommt: Wenn ein Fernsehkonzern wie ProSiebenSat1 mit N24 scheitert, wie sollen dann private Investoren N24 profitabel führen?
Stefan Aust und Torsten Rossmann sind sehr erfahren im Mediengeschäft, aber auch für sie gelten die ökonomischen Rahmenbedingungen. Wenn wie angekündigt weiter gespart und massiv Personal abgebaut wird, droht eine wirtschaftliche Abwärtsspirale - zum Schaden aller.
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(SZ vom 17.06.2010/berr)
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