Kehrtwende Doch WM-Visum für Hajo Seppelt

Die russischen Behörden haben das Einreiseverbot aufgehoben - zumindest für die Dauer des Turniers. Der Journalist muss aber auf eine Vernehmung zu seinen Doping-Enthüllungen vorbereitet sein.

ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt kann nun doch zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Russland fliegen, muss allerdings auf eine Vernehmung durch die dortige Justiz vorbereitet sein. Hintergrund seien die laufenden Ermittlungen gegen den Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow, sagte die Sprecherin des Staatlichen Ermittlungskomitees am Dienstag in Moskau. Die Behörden hätten das Einreiseverbot aufgehoben, teilte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag auf Twitter mit, Seppelt dürfe "zumindest zur WM einreisen". Der Investigativjournalist steht wegen seiner Enthüllungen zum "Staatsdoping" auf einer Liste "unerwünschter Personen". Ob der 55-Jährige auch nach dem Turnier aus Russland berichten kann, ist unklar, daher schrieb Maas von einem "Zwischenerfolg". Man setze sich "weiter für freie Berichterstattung ein". Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes kündigte eine Überprüfung an. So müsse etwa geschaut werden, "wie dieses Visum denn dann gestaltet wäre und welche genaue Ausgestaltung die Lösung dieses Vorgangs hat". Die ARD hatte am Freitag mitgeteilt, dass das vom SWR für Seppelt beantragte und schon ausgestellte Visum für ungültig erklärt worden sei. Nähere Angaben seien nicht gemacht worden. Die Bundesregierung kritisierte diese Entscheidung scharf.

Russland habe, so die Sprecherin des Ermittlungskomitees weiter, Deutschland um Rechtshilfe ersucht, um Seppelt zu dessen Enthüllungen befragen zu können. Die deutsche Seite habe jedoch immer drauf verwiesen, dass der Journalist von seinem Recht auf Zeugnisverweigerung Gebrauch mache.