Der Negativ-Preis "Verschlossene Auster" geht an die katholische Kirche. Ihr Sprecher kündigt neue Offenheit an und scherzt: Wäre die Kirche transparenter, hätten Journalisten nichts zu recherchieren.
Die katholische Kirche ist am Wochenende für den schlechten Umgang mit dem Missbrauchsskandal ausgezeichnet worden. Beim Jahrestreffen der unabhängigen Journalistenvereinigung "Netzwerk Recherche" nahm der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, den Negativ-Preis "Verschlossene Auster" entgegen. Er konterte mit einer "Gegen-Rede" auf die Laudatio von Heribert Prantl, Leiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung.
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Der (Heiligen-) Schein des Logos der Deutschen Bischofskonferenz trügt: Die "Verschlossene Auster" geht an die katholische Kirche für ihren Umgang mit dem Missbrauchsskandal. (© ddp)
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Genau genommen könnte ich es mir einfach machen und gleich, nach meiner Rede sagen: Ich nehme den Preis nicht an. Damit würden vielleicht manche Klischees bedient, die von der katholischen Kirche allgemeingängig vorliegen, aber so einfach möchte ich es mir nicht machen.
Mit meinem Kommen heute als Vertreter einer Pressestelle in der katholischen Kirche und als jemandem, dem Kommunikation am Herzen liegt, will ich mich der Auster stellen. Ich freue mich, viele Bekannte hier wieder zu sehen: aus meiner Zeit als Sprecher des Weltjugendtags in Köln und der ersten Papstreise, als Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei und seit anderthalb Jahren als Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz.
Also: Ich nehme den Preis an, um deutlich zu machen: Ja, wir haben die schwerste Krise der katholischen Kirche in Deutschland seit 1945. Ja, wir haben uns in der Frage des Missbrauchs zu lange schützend vor die Täter gestellt und zu wenig um die Opfer gekümmert. Ja, wir haben Fehler in der Kommunikation gemacht.
Thomas von Aquin, der große Kirchenlehrer im Mittelalter sagt von der Auster: "So verschlossen sie ist, so viel Wertvolles birgt sie inne."
Als die Veranstalter dieses Kongresses an uns herangetreten sind, die "Auster 2010" in Hamburg entgegen zu nehmen für die - angeblich - verschlossenste Kommunikation, habe ich zugesagt. Ich verstehe die Auszeichnung als eine kritische Würdigung der Kommunikation insgesamt der Kirche in Deutschland und nicht allein der Bischofskonferenz. Gerade deshalb nehme ich den Preis an - um deutlich zu machen, dass zur Kirche der Dialog mit der Welt selbstverständlich und wesentlich dazu gehört, auch wenn es sich für Sie Journalistinnen und Journalisten sicherlich manchmal anders darstellt.
Ich danke Ihnen, Herr Prantl, für Ihre kritische Laudatio. Allerdings muss ich Ihnen doch widersprechen, wenn Sie der Kirche vorwerfen, wir würden uns den aktuellen Fragen und Problemen nicht stellen. Die schlimmen Missbrauchsfälle, der oft tragische Umgang damit und der klare Aufklärungswille der Bischöfe sind bekannt. Wir befinden uns in einem Lernprozess: Deshalb gibt es einen Bischof als Missbrauchsbeauftragten, deshalb existiert eine sehr gefragte Hotline, deshalb beteiligen wir uns an Runden Tischen in Berlin. Im Klartext: Wir stellen uns unserer Verantwortung!
Wenn ich also Thomas von Aquin bemühe, dann um deutlich zu machen, dass Ihr Preis für die katholische Kirche durchaus wichtig ist: Sie mag zwar hier und da verschlossen sein, aber wie uns das Leben lehrt, will das Wertvolle mit Bedacht entdeckt sein. Zudem: Stellen Sie sich einmal vor, wir wären so transparent wie deutsche Ministerien und Wirtschaftsunternehmen, da hätten Sie ja nichts mehr zu recherchieren.
Was aber macht das Spannende an der Kirche aus, das manchmal für Sie vielleicht auch Strapaziöse, wenn es in den Bistümern und ihren Pressestellen nicht so schnell geht, wie Sie es sich wünschen? Mein Freund und Ihr Kollege Alexander Smoltczyk vom Spiegel hat das treffend in seinem Buch Vatikanistan beschrieben. Es sei schwierig in den Vatikan hinzukommen, nicht nur weil er von hohen Mauern umgeben sei. Sondern weil die Kirche nicht von dieser Welt sei. Das heißt: Die Kirche hat eine Verantwortung für das Jenseits, sie fragt immer nach dem Gegenüber, dem Transzendenten.
Wir sind als Kirche eben kein Wirtschaftsunternehmen, auch wenn wir in den Bistümern und im Vatikan regelmäßig die Haushaltsbilanz vorstellen. Wir sind als Kirche eben keine politische Partei, auch wenn wir sehr darauf achten müssen, unsere Mitglieder weiter zu binden. Es gibt keine Vorstände, die vom Aufsichtsrat abgelöst werden können. Es gibt vielmehr Bischöfe, die - einmal in die Pflicht genommen - in eigener Verantwortung handeln, sollen und wollen. Wenn man diese Eigengesetzlichkeit der katholischen Kirche in Betracht zieht, dann sieht man: Wir sind als Kirche kein Dilettantenverein in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit, auch wenn wir die Erwartungen derer enttäuschen, die von uns eine Konzernkommunikation erwarten. Ich gebe aber auch zu: Natürlich können wir manches noch in unserer Kommunikation verbessern.
Fairness heißt, Klischees zu hinterfragen
Was ist nun das Positive, das Wertvolle der Kirche? Ich will hier und heute keine fromme Predigt halten, aber doch unterstreichen: Unsere Verantwortung ist es, die biblische Botschaft zu wahren. Daran scheitern wir manchmal, wie wir alle in den vergangenen Monaten schmerzlich erfahren haben.
Deshalb sehe ich die Auster durchaus als Chance: Sie werden bei uns in der Bischofskonferenz offene Türen finden, wenn Sie mit Ihren Fragen oder Interviewwünschen kommen. Wir behandeln solche Anfragen genau so professionell, wie Sie es anderswo erleben.
Da kommt es aber eben auch vor, dass wir keinen Interviewpartner vermitteln können oder zu Rechercheanfragen keinen Kommentar geben. Damit sind wir kaum verschlossener als andere Institutionen.
Ich weiß, dass eine solche Aussage Sie als Journalistinnen und Journalisten nicht glücklich macht. Aber Sie werden auch Verständnis für meine Seite des Schreibtisches haben. Was wir als Kirche aber erwarten, ist Fairness. Diese Fairness haben wir bei aller markant von Ihnen vorgetragenen Kritik auch weitgehend erlebt.
Es gibt nur wenige Beispiele, die alles andere als fair waren. Dann zum Beispiel, wenn ein von uns vermittelter kirchlicher Gesprächspartner in einer Talksendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks am Ende mit einem Witz über den Zölibat vor alle Augen gedemütigt wird. Oder wenn wir einem Privatsender einen professionellen Gesprächspartner vermitteln, auf diesen dann aber verzichtet wird, um einen fast 90-jährigen Prälaten in einer Fronleichnamsprozession ohne Rücksicht auf das religiöse Geschehen zu interviewen. Hier gibt es Grenzen, die Sie bei sich auch nicht übertreten wissen wollen. Das erwarten auch wir als katholische Kirche in Deutschland.
Fairness - das bedeutet auch, als Journalist die eigenen Klischees und Vorurteil über Kirche zu hinterfragen. Wer sich die Mühe macht, ein wenig hinter die Vorhänge und Vorurteile zu schauen, der sieht weit mehr, als von vielen vermutet: Wir sind kein monolithischer Block.
Wir haben ohne Zweifel Fehler gemacht und sind dabei, Fehler aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Wir tun das, weil wir Kommunikation wollen, dafür stehe ich heute hier in Hamburg. Verstehen Sie das nicht als vollmundige Redensweise. Es ist ein sehr ernst gemeintes offenes: Wir sind bereit! Wir verschließen uns nicht der Kommunikation. Eine Kirche, die den Menschen nahe sein will, kann sich unmöglich von der Welt separieren. Aber wir hoffen, dass sich die Welt mit uns seriös beschäftigt - auch in der Recherche, die manchmal vielleicht aufwendiger ist als sonst, weil die Kirche heute nicht mehr eine in allen Details und Riten bekannte Institution ist.
In diesem Sinne: Danke für die Auster. Sie dürfen sicher sein: Wir werden als Kirche auch weiterhin versuchen, Sie mit dem Gegenteil dessen zu überraschen, was uns dieser Preis bescheinigen soll.
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(sueddeutsche.de/dana/gba)
Schuldenkrise in Griechenland
Wo steht in der Bibel, dass Jesus die kath. Kirche gegründet haben wollte? Das ist die reine Arroganz einiger Mitglieder (Mitläufer) dieser Kirche! Glauben diese Foristen tatsächlich, dass ausgerechnet Jesus einen solchen Machtapparat haben wollte, der sich auch noch ständig auf ihn selbst beruft!
Jesus wird doch nur benutzt von der KK!
Dass die Kirche und der kath. Klerus von der Sünde der Pädophilie gereinigt werden muss , ist klare Sache; null Toleranz (Joh.Paul II.),Kirche ,Papst, Bischof entschuldigt sich …- zum Thema „Pädophilie“ in der kath. Kirche gibt es schon mittlerweile Millionen von Beiträgen im Internet. Wie man mit diesem Thema in der Öffentlichkeit umgeht, ist ein anderes Kapitel. Gäbe es einen Preis für Einseitigkeit, schlampige Recherche, Diffamierung , Medienmanipulation und Hetze würden ihn bestimmt eine ganze Menge von Journalisten bekommen. Monatelang mehrmals tagtäglich präsentierten sie den Fernsehzuschauern die Missbrauchsfälle des katholischen Klerus in der Weise, dass bei den Zuschauern logischerweise und folgerichtig der Eindruck entstehen musste, dass ausschließlich der katholische – und am besten der gesamte - Klerus ein Haufen von Verbrechern ist , der hinter Gittern gehört, dass es im Klerus "herdenmäßige“ Unzucht grassiere und die Kirche "Brutstätte des Lasters" ist, ect.
Eigentlich nichts neues in Deutschland.
Die Kriminalisierung eines ganzen Berufsstandes war vielleicht nicht primär das Ziel der sg. Berichterstattung – die Folge aber ein willkommener Nebeneffekt. Mobbing gegen einzelne Personen ist strafbar – Mobbing gegen den Klerus aber profitabel.
"Ich verstehe Menschen wie Sie offen gestanden nicht. Reflexartig mimen Sie hier die verletzte Unschuld, dabei geht es gar nicht um Sie."
Es ist offensichtlich, dass sie den Inhalt meines Beitrages nicht einmal ansatzweise (geschweige denn absatzweise) begriffen haben.
Es ging nicht um die Institution Kirche (die nicht ständig Pressemitteilungen und Waschzettel streut), es ging um die direkte Kommunikation innerhalb der Gemeinden von 20 Mio. Menschen alleine in der Bundesrepublik. Die direkte Kommunikation ignorieren die Medien. Sie stellen sich als Rufer am Pranger hin, aber nicht als Hörer. Offenbar halten die Medien es als ihr Monopol, Nachrichten zu verbreiten. Dabei läuft die Kommunikation mit den Gemeinden schon seit den Apostelbriefen. Damals gab es noch keine Presse, die daran verdienen wollte.
Ein Glauben ist ein Glauben. Ein Glauben hat nichts zu verkaufen. Das ist der Unterschied, den die sensationsgeile Presse nicht berücksichtigt. Hier geht es um Jahrtausendfragen des Menschen und nicht um die Tagesantwort von irgendwelchen Klugsch... nakern.
Lesen (und denken) sie den Beitrag doch mal nach. Nicht alles ist so einfach im Strickmuster wie das ihre.
Davon haben wir aber leider noch nicht allzu viel gesehen. Wovon wir hingegen viel zu viel gesehen haben, ist, dass sich die Herren "Würdenträger" anmaßen, selbst darüber zu entscheiden, welche Kritik berechtigt ist und welche nicht, und Menschen und einzuschüchtern zu bedrohen, die es wagen, ihren Mund aufzumachen.
Das fürstbischhöfliche Gottesgnadentum eines Herrn Mixa zeigt nur allzu deutlich, dass es keinerlei Garantie für korrektes Verhalten gibt, gleich ob die Kirche von Jesus Christus gegründet wurde oder nicht. Im Gegenteil: Die Versuchung für Überheblichkeit und Größenwahn sind gerade dort besonders groß, wo ein Verein die absolute Wahrheit und den Alleinvertretungsanspruch Jesu Christi für sich beansprucht, wie es die RKK nun mal tut.
"Wer die Kirche kennt, und ich meine wirklich gut kennt, der weiß, dass ihre Lehren aktueller sind denn je und das Leben im Glauben glücklicher macht als es die sozialistische Gleichschaltung je tun könnte."
Es muss für manche frustrierend sein zu sehen, dass Feuerbach, Marx, Nietzsche und andere Kritiker des Christentums das "Relikt" Kirche verbal nicht erledigen konnten. Was die sozialistischen Unterdrückungsapparate im Ostblock nicht geschafft haben, wird es der linksliberalen Presse gelingen? Die Angriffe auf die kath. Kirche werden in den kommenden Jahren vermutlich noch schärfer werden. Da die Kirche aber von Jesus Christus gegründet worden ist, wird sie berechtigte Kritik aufgreifen, aber auch allen ungerechtfertigten Angriffen widerstehen.
Paging