Das Ende von ZDF-Chefredakteur Brender löste eine Debatte über die Staatsferne des Fernsehens aus. Jetzt geht Landeschef Beck nach Karlsruhe.
Es ist soweit: Das Gemauschel der Politik im ZDF wird vom Bundesverfassungsgericht untersucht. Dafür sorgt: ein Politiker.
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Will beim Verfassungsgericht Klage gegen den ZDF-Staatsvertrag einreichen: der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck. (© Foto: dpa)
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Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) kündigte am Donnerstag nach der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder in Berlin an, sein Bundesland werde einen Normenkontrollantrag zum ZDF-Staatsvertrag in Karlsruhe einreichen.
Das ist ein Schlag in das jahrzehntelange Spinnengewebe rund um das ZDF. Das Schwert führt mit Beck jemand, der als Verwaltungsratschef des Senders selbst in der Verantwortung steht.
Zum Eklat war es gekommen, als die CDU im Verwaltungsrat unter Führung des hessischen Landeschefs Roland Koch die Ablösung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender betrieb. Der unabhängige Charakterkopf hatte sich nicht in das System der beiden großen Parteien Union und SPD gefügt, die "Freundeskreise" auf dem Mainzer Lerchenberg unterhalten.
Selbst Kanzlerin Angela Merkel soll der kantige Stil Brenders, der sich in der Bundestagswahlnacht 2005 mit Altkanzler Gerhard Schröder anlegte, zu viel geworden sein. Brender, der am Dienstagnachmittag im ZDF verabschiedet wird, hat sich dabei dem Vernehmen nach die Mitwirkung von Gremienmitgliedern verbeten.
Auch der 77-köpfige Fernsehrat des ZDF ist durch und durch mit Politikern besetzt - die zuweilen für andere gesellschaftlich relevante Gruppen antreten. Mit der gebotenen Staatsferne des Rundfunks aber hat die Tätigkeit von amtierenden Ministerpräsidenten im Verwaltungsrat erkennbar wenig zu tun. Aus Protest gegen diese Konstellation war vor Jahren der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten.
Sozialdemokrat Beck erwarte, dass sich seinem Antrag weitere Länder anschließen werden. Er denkt wohl an Berlin, Brandenburg oder Bremen.
Die unionsgeführten Länder hatten sich mehrheitlich nicht zur Änderung des ZDF-Staatsvertrages entscheiden können.
Auf der Konferenz in Berlin berieten die Politiker über Becks Vorschläge für eine Reform des Vertrages. Jetzt steht alles auf dem Prfüstand. Ein Karlsruher Urteil zur Parteienbeute öffentlich-rechtlicher Rundfunk könnte ARD und ZDF nachhaltig verändern.
Auch die Grünen im Bundestag setzen auf eine Normenkontrollklage. Die Causa Brender hat sie empört. Die Linke unterstützt den Vorstoß. Es fehlen freilich noch zwölf Stimmen, die nach Stand der Dinge von der SPD kommen müssten.
Aber der Ex-Vorsitzende Beck hat da seine eigene Agenda.
Die Entscheidung hatte eine wochenlange Diskussion über die Staatsferne im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgelöst. Beck hatte unter anderem eine Änderung des Abstimmungsverfahrens im ZDF-Verwaltungsrat vorgeschlagen.
Beck macht mit seinem Normenkontrollantrag der Grünen-Bundestagsfraktion Konkurrenz, die auch in Karlsruhe prüfen lassen will, ob die Zusammensetzung der ZDF-Gremien dem Grundsatz der Staatsfreiheit entspricht. Die Linksfraktion unterstützt die Klage der Grünen. Um auf das erforderliche Viertel der Abgeordneten für den Normenkontrollantrag zu kommen, fehlen den Grünen im Bundestag noch zwölf Stimmen.
- Reform des ZDF Zwei zu eins 21.03.2010
- Vorschlag zur Reform des ZDF Es könnte so einfach sein 03.02.2010
- ZDF: Fall Brender Intendant weiß nichts von IM "Schwarzfuß" 22.02.2010
(dpa/epd/sueddeutsche.de/kar)
Nicht wundern, nur ÄRGERN!
DENN diese Entwicklung in Adenauers Staatsfernsehsender ZDF entspricht exakt der Zielsetzung bei seiner Gründung:
Lammfromm und Staatstragend!
Also das genaue Gegenteil von Staats-kritisch und kritischem Journalismus!
Unglücklicherweise folgen inzwischen die allermeisten deutschen Medien DIESEM ZDF-Auftrag.
Entsprechend VERROTTET ist inzwischen die Deutsche Parteien-Demokratur!
Ein Blick auf die USA von heute, wo der Kongress nach der Pfeife der Lobbies und der Wall Street tanzt, zeigt über deutlich, wie es auch in Deutschland noch weiter geht. Das Wichtigste ist bereits jetzt unübersehbar:
Art. 1 GG "Alle Macht geht vom Volke aus!" ist Makulatur!
Wie weit rechts muss man stehen, damit einem die ZDF-Redakteure als "links" erscheinen? Ich hätte gedacht, dass das physikalisch überhaupt nicht möglich ist. Peter Frey, Peter Hahne, Steffen Seibert und Marietta Slomka liefern doch eher Comedy unter dem Motto "Schwarz-Gelb informiert" als ausgewogene Nachrichtensendungen ab, was ein sicheres Indiz für die politische Ausrichtung der Mehrheit der ZDF-Redakteure ist. Aber mittlerweile werden Medien ja schon als linkes Blatt oder als linker Sender diffamiert, wenn sie die übliche konservative Propaganda nur gedämpft statt mit voller Laustärke verbreiten.
waren die anderen schlauer und schneller und schon muss man klagen..andersum hätten´s das nicht gemacht. die pol-richtung des zdf ist doch bekannt und bis dato wurde dort doch geschachert.
von den Grünen und der Linken bei einer solchen Klage unterstützt wird, kann es nicht um Objektivität gehen, sondern um die Angst vor Verlust der Deutungshoheit in den öffentlich-rechtlichen Medien. Das ist ein ganz klarer Fall.
Dabei muss man der Causa Brender und dem Wirken Roland Kochs nicht einmal wohlwollend gegenüberstehen.
Die fehlenden 12 Stimmen sind 2 x im Artikel.
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