Kein Einsehen: Das Verteidigungsministerium will Werbung in der "Bild"-Zeitung schalten. Das findet die "taz" einseitig und protestiert. Doch die linksliberale Zeitung blitzt ab.
Das Bundesverteidigungsministerium hat Kritik zurückgewiesen, dass seine aktuelle Werbekampagne Boulevardmedien des Axel-Springer-Verlags bevorzuge, weil diese zuvor für den inzwischen zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eingetreten seien.
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"Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Werbeaktionen unseres Hauses in Springer-Medien und einer wie auch immer gearteten Berichterstattung", erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Die linksalternative taz hatte dem Ministerium zuvor ein Unterlassungsbegehren zugesandt und gefordert, seine "begrenzte Werbung" zu beenden.
Das Blatt stützte sich auf eine Mitteilung der Bundeswehr vom 24. Februar, derzufolge die Kampagne der Streitkräfte, die seit knapp zwei Wochen im Radio läuft und im April in Printmedien starten soll, zunächst nur in Bild, Bild am Sonntag (BamS) und bei bild.de geschaltet werde. Aus Sicht der taz ist das eine strafbare Vorteilsannahme. Ihr Anwalt, Johannes Eisenberg, wirft den genannten Medien vor, eine Kampagne für Guttenberg betrieben zu haben - was niemand ernsthaft bestreiten kann. Sie hätten ihm so einen Vorteil gewährt. Eisenberg droht, notfalls gegen die Springer-Werbung der Bundeswehr zu klagen.
Im Ministerium heißt es, dass kein Beamter, sondern eine Agentur - Zenithmedia - die Wahl der Werbepartner getroffen habe. Die Kampagne richte sich vor allem an "die Laufbahn der Mannschaften", also an Zeitsoldaten oder freiwillig Wehrdienstleistende. Nach dem Ende der Wehrpflicht verlange diese Zielgruppe nach "einer höheren Aufmerksamkeit". Das ist vornehm formuliert. Wahr ist, dass die Streitkräfte ratlos sind, wie sie ihren Personalbedarf gerade in den unteren Dienstgraden künftig decken sollen.
Von den knapp 5,7 Millionen Euro, die der Bundeswehr 2011 für "personalwerbliche Anzeigen" zur Verfügung stünden, seien 4,8 Millionen für die Werbung neuer Mannschaften vorgesehen, heißt es im Ministerium. Davon entfielen "nach derzeitiger Planung" nur 12,5 Prozent - also 600.000 Euro - auf Bild, BamS und bild.de. In welchen anderen Printmedien Anzeigen erscheinen, steht dem Sprecher zufolge noch nicht fest.flex
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(SZ vom 07.03.2011)
Wettmanipulation im Fußball
So etwas nennt man heutzutage subtile Korruption und man geht völlig ungeniert damit um. Nicht nur im Verteidigungsministerium. Selbst Lobbyisten der alten Schule sind entsetzt. Und die neuen bilden sich ein, besonders intelligent und "smart" zu sein. Aber Einbildung ist auch eine Bildung!
und tat sowas nicht. Aber da saßen die Entscheidungsträger noch auf der Hardthöhe und nicht im Bendlerblock. Fast scheint mir, als wehe von dort ein unseliger Hauch aus der Vergangenheit zu uns herüber. Dort wurde schon einmal eine Demokratie zu Fall gebracht, nun sieht man den unseligen Geist des damaligen Denkens die zweite Demokratie in den Abgrund zu schicken.
Einer der Gedanken die zur Bildung einer Bundeswehr mit Wehrpflicht führten war der, einen Staat im Staate zu verhindern. Die Reichswehr hatte sich dahin entwickelt. Damals war es die Hugenberg-Presse, welche die braune Brut die sie mißbrauchte, an die Macht schrieb. Heute soll es die Springer-Presse richten, einen Rechtsruck zu lancieren.
Der Weg die Bundeswehr auch im Innern des Staates zu mißbrauchen kann dann beschritten werden.
Bürger! Steht doch endlich auf und wehrt Euch. Diesmal ist es vielleicht noch rechtzeitig!
"Ausserdem finde ich es als Mensch und Demokrat widerlich für Krieg und Tod, durch kriegerische und fragwürdige Einsätze, Werbung zu machen." Ja, fipsing, finde ich auch widerlich. Über Jahrzehnte wurde von der Bundeswehr immer beschönigend vom "Bund" gesprochen. "Der ist beim Bund", "der muss zum Bund" usw. Die Bundeswehr war immer Militär und nicht der "Bund." Jetzt wird allen klar, dass es um harte, kriegerische Auseinandersetzungen und - um Rüstungsindustrie geht. Leider nur einige nachdenkliche Politiker und viele besorgte Bürger haben, längst vor dem Herrn Baron, von Krieg gesprochen, wenn es um Afghanistan ging. Es ist kein Verdienst es nachgesprochen zu haben. Die Regierenden wollte nicht wahrhaben was nicht wahr sein durfte. Der Punkt war erreicht, wo es nicht mehr rundergeredet werden konnte.
Auch in den Anzeigen wird nun nicht mehr nur von Karrieremöglichkeiten gesprochen werden dürfen. Die bittere Realität des Kämpfens und Tötens werden die Vom "Bund" nicht mehr verschweigen können - auch nicht bei Springer.
Irgendwie müssen die Gelder für die Guttenberg Propaganda ja wieder herein geholt werden!
Der Steuerzahler zahlt sogar die Propaganda für Gutti in BLÖD von hinten durch die Brust ins Auge!
Im Text heißt es, Zitat, "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Werbeaktionen unseres Hauses in Springer-Medien und einer wie auch immer gearteten Berichterstattung. Das glaubt ja nun wirklich niemand hierzulande, vor allem, seit Bild sich eher zum Sprachrohr der Regierung entwickelt hat. Das kann natürlich auch damit zusammen hängen, dass andere Zeitungen z.T. mit erheblichen Kritiken an der Regierung aufwarten. Das Spiel kennen wird doch; wenn jemand unfreundliche Artikel über ein Unternehmen schreibt, muss er damit rechnen, dass weniger bis keine Werbungen mehr bei diesem Verlag geschaltet werden. Neu ist das nicht, aber zutiefst undemokratisch. Man könnte auch von einer neuartigen Korruption sprechen, nur nachweisen sollte man es können! Man muss indes zunächst die Wichtung abwarten, wer bekommt Aufträge und in welcher Höhe und wer bekommt -- keine. Bei letzterem könnte es die SZ treffen. Mann darf gespannt sein!
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