Die beiden in Iran festgenommenen deutschen Journalisten haben nach Angaben der dortigen Behörden zugegeben, ohne Journalistenvisa in das Land eingereist zu sein.

Die beiden im Iran festgenommenen Deutschen haben nach Darstellung der iranischen Behörden zugegeben, ohne Pressevisum eingereist zu sein. "Die beiden Beschuldigten, die durch die Zusammenarbeit mit im Ausland ansässigen politischen Gruppen nach Täbris gekommen sind, befinden sich derzeit in Haft und haben zugegeben, eine Straftat begangen zu haben", sagte der iranische Generalstaatsanwalt Gholamhossein Mohseni Edscheie laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.

Bild vergrößern

Die beiden inhaftierten Journalisten wollten über die vom Tod durch Steinigung bedrohte Iranerin Sakineh Mohammadi-Aschtiani berichten - wie sie jetzt gestanden, waren sie mit Touristenvisa in das Land eingereist. (© AFP)

Anzeige

Die beiden Journalisten waren am Sonntag in der nordostiranischen Stadt Täbris festgenommen worden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bestätigte am Dienstag, dass es sich um zwei Deutsche handelte. Demnach bemühte sich die Bundesregierung "mit Hochdruck" um die Aufklärung der Umstände und die Freilassung der Journalisten. Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützte Westerwelles Forderung:  Die Bundesregierung habe ein "großes Interesse" daran, dass die beiden Staatsbürger freikämen, sagte Merkel am Dienstag während eines Aufenthalts in der rumänischen Hauptstadt Bukarest.

Die Identität der Festgenommenen wurde nicht bekannt gegeben. Angeblich soll es sich bei den beiden Inhaftierten um einen Fotografen und einen Journalisten der Bild am Sonntag handeln, ein Sprecher der im Springer-Verlag erscheinenden Zeitung hatte aber am Montag der SZ erklärt, dass seinem Verlag von einer Verhaftung eigener Mitarbeiter "nichts bekannt" sei.

Die beiden Journalisten waren nach iranischen Angaben am Sonntag festgenommen worden. Angeblich wollten der Reporter und der Fotograf ein Interview mit dem Sohn der zum Tode verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani führen. Die 43-Jährige wurde nach iranischen Angaben im Jahr 2006 zu zehn Jahren Haft wegen der Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann sowie wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt.

Der Fall hatte weltweit für Empörung gesorgt. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte gegen das Urteil protestiert. Nach der internationalen Kritik war die Vollstreckung vorläufig ausgesetzt worden.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/AP/AFP/kar/leja)