Insolvente Nachrichtenagentur dapd Auf sich gestellt

Es geht um acht zahlungsunfähige GmbHs mit 299 Mitarbeitern: Anfang November will Insolvenzgeschäftsführer Wolf von der Fecht seinen Sanierungsplan für die Agentur dapd fertigstellen. Für die Mitarbeiter beginnt eine entscheidende Zeit.

Von Claudia Tieschky

Für die Mitarbeiter der Nachrichtenagentur dapd sind die kommenden Wochen eine entscheidende Zeit. Anfang November will Insolvenzgeschäftsführer Wolf von der Fecht seinen Sanierungsplan für die acht zahlungsunfähigen GmbHs mit 299 Mitarbeitern fertigstellen, auf dessen Grundlage mit dem Betriebrat verhandelt wird.

Das Einsparziel dürfte bei einer Million Euro pro Monat liegen: So hoch bezifferten die Gesellschafter Martin Vorderwülbecke und Peter Löw die Summe, mit der sie den Betrieb bezuschussten, bevor sie die Zahlungen einstellten und Anfang Oktober den Insolvenzantrag für acht Gesellschaften ihrer Holding bekannt gaben.

Von der Fecht muss versuchen, die ihm anvertrauten Firmen bis 1. Dezember - dann endet die Sanierungsphase - aus den roten Zahlen zu bringen, um Investoren zu gewinnen. Derzeit wird das Interesse möglicher Käufer aus dem In- und Ausland sondiert; ein Konzept könnte darauf abgestimmt werden.

Schon Anfang Oktober hatte von der Fecht festgestellt, die Sanierung werde "zumindest zum Teil auch" Stellenabbau bringen müssen. Bis zuletzt war bei dapd massiv ausgebaut worden. Dass die Agentur sich mit dem Rückbau nun etwa vom Status der thematisch breit aufgestellten Vollagentur verabschiedet, ist aber wegen bestehender Kundenverträge der dapd eher unwahrscheinlich.

Die bisherige dapd media holding, unter deren Dach die nicht betroffenen Firmen - wie die französische Sipa News - firmieren, wurde inzwischen in HQTA AG umbenannt, wie ein Sprecher bestätigt.