Hörfunk Mehr Funk

Willi Steul, Intendant vom Deutschlandradio.

(Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Das Deutschlandradio benennt seine Programmfamilie um: Vom Frühsommer 2017 an heißt die Berliner Kulturwelle Deutschlandfunk Kultur. Das gefällt nicht jedem.

Von David Denk

Bislang fungierte Deutschlandradio als Dachmarke der drei nationalen Hörfunkprogramme Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen. Das wird sich nun grundlegend ändern - Angleichung statt Abgrenzung: Im Frühsommer 2017 wird Deutschlandradio Kultur in Deutschlandfunk Kultur umbenannt und DRadio Wissen in Deutschlandfunk Nova, sagte Intendant Willi Steul am Freitag im Deutschlandfunk.

Mit dieser Ankündigung macht Steul sich einmal mehr nicht nur Freunde an den beiden Standorten der Senderfamilie, die auch noch knapp 23 Jahre nach ihrer Gründung miteinander fremdeln: Beim Deutschlandfunk in Köln fürchtet man einen Abbau des Kulturanteils; bei der Berliner Kulturwelle den Verlust der Eigenständigkeit. Dabei spielt auch gekränkter Stolz eine Rolle: Als Anhängsel des Kölner Senders begreift man sich in Berlin ausdrücklich nicht - auch wenn der Deutschlandfunk das reichweitenstärkere, angesehenste Programm ist.

Diese Tatsache möchten Steul und Programmdirektor Andreas-Peter Weber nutzen: "Der Name Deutschlandfunk steht bundesweit für höchsten publizistischen Anspruch, dem sich alle drei Programme tagtäglich neu stellen", sagte Steul. "Die neue Namensnennung soll Hörerinnen und Hörern, Nutzerinnen und Nutzern die Zuordnung und Orientierung erleichtern." Folge ist eine Machtverschiebung in Richtung Köln, die zwei Jahre nach der umstrittenen Programmreform bei Deutschlandradio Kultur wohl eher nicht dazu beitragen wird, die gespaltene Senderfamilie zu einen.