Das fragliche Gespräch beginnt mit der investigativen Frage nach dem aktuellen Butterpreis. Da will dem US-Star mit den vollen Kurven die Antwort eingefallen sein. "Butter ist in meinem Leben nicht unbedingt von zentraler Bedeutung." Als Nächstes wolle der Interviewer wohl wissen, wie viel ein Amerikaner durchschnittlich verdiene: "Ich kenne diese Fragen. Seit ich sieben bin, mache ich Interviewtraining - das gehört zu meinem Beruf dazu wie Tanzunterricht."

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Mit der speziellen Interviewtechnik des Münchner Journalisten allerdings konnte sie nicht rechnen. Mocek kommt im Verlauf der durchaus munteren Plauderei zum Schluss: "Was uns trennt, ist vielleicht der Butterpreis." Antwort Beyoncé: "Aber alles was wesentlich ist, spüre ich wie jede hart arbeitende Frau."

"Wir stützen uns auf Fakten"

Klotzek weiß inzwischen, dass nicht alles in Butter war in seiner Redaktion: "Wir wissen nur, dass er das Interview dort nicht geführt hat." Bis dahin seien die Wege und das Tun des Neon-Redakteurs, der nun mit sofortiger Wirkung entlassen wurde, durchaus nachzuvollziehen: "Das Interview war angefragt, der Autor ist nach Berlin gefahren, wo die Künstlerin war und auch die deutsche Plattenfirma - die bei der Interviewanfrage vermittelt hat - ist davon ausgegangen, dass Mocek die Sängerin getroffen hat."

Dazu könne er nur spekulieren, so Klotzek: "Wir stützen uns auf die Fakten, die wir haben."

Weniger offen geht man beim Schweizer Tages-Anzeiger mit Moceks Interview-Phantasien um. Dort war das Beyoncé-Interview ebenfalls, im Zweitabdruck, erschienen. Der Link auf den Text führt aber mittlerweile ins Leere.

"Zu gut, um wahr zu sein"

Chefredakteur Andreas Strehle hat sich schon der Sache angenommen, wollte aber zunächst einmal mit der Kulturredaktion sprechen, wie er sueddeutsche.de schrieb. Die Stellungnahme auf der Homepage des Tages-Anzeigers lobt unter der Überschrift "Zu gut, um wahr zu sein" erst einmal Mocek als "Autor von politisch engagierten Reportagen und als geschickten Interviewer grosser Popstars". Weiter heißt es, man habe bereits am 4. März 2008 ein Interview mit der Popsängerin Alicia Keys nachgedruckt, das tatsächlich auch so stattgefunden habe, "wie Sony Deutschland gegenüber Neon bestätigte".

Gut und schön, das ist Frau Keys: Aber was ist mit Beyoncé Knowles?

Die Schweizer schieben die Verantwortung auf die Chefredaktion von Neon in der Münchner Weihenstephaner Straße: Der Tages-Anzeiger habe ja beim Alicia-Keys-Interview positive Erfahrungen gemacht. Außerdem sei die Dokumentationsabteilung von Neon "für den Faktencheck verantwortlich". Sie gebe Texte sowieso "nur mit einer Bewilligung von der Chefredaktion zum Zweitabdruck frei".

Sony Deutschland hatte bei dem Beyoncé-Interview vermittelt, wollte aber selbst keine Stellung zu dem Fall nehmen.

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  2. Sie lesen jetzt Frage nach dem Butterpreis
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(sueddeutsche.de/jja)