Führungswechsel "Focus" bekommt einen neuen Chefredakteur

Bisher Super-Illu, jetzt Focus: Robert Schneider.

(Foto: dpa)
  • Das Nachrichtenmagazin Focus bekommt einen neuen Chefredakteur.
  • Robert Schneider folgt auf Ulrich Reitz.
  • In den letzten Jahren verlor die Zeitschrift einen großen Teil ihrer Auflage.

Das Nachrichtenmagazin Focus bekommt einen neuen Chefredakteur. Robert Schneider (39) wird das Amt am 1. März von Ulrich Reitz (55) übernehmen, wie der Medienkonzern Hubert Burda am Donnerstag in München mitteilte. Reitz, der im Herbst 2014 zum Focus kam, bleibe in der Chefredaktion als "Editor at Large" zuständig für die Themengebiete Politik und Debatte.

Schneider ist bisher Chefredakteur der Zeitschrift Super Illu. Seit dem Abgang von Gründungschefredakteur Helmut Markwort im Herbst 2010 gab es in der Focus-Redaktion mehrere Wechsel an der Spitze: Zunächst leitete Wolfram Weimer das Blatt zusammen mit Uli Baur. Bereits nach einem Jahr verließ Weimer das Nachrichtenmagazin, Baur wurde alleiniger Chefredakteur. Anfang 2013 übernahm Jörg Quoos die Leitung, im Herbst 2014 der frühere WAZ-Mann Reitz.

Seit Jahren kämpft das Blatt gegen rückläufige Auflagen

"Robert Schneider ist ein exzellenter und erfahrener Chefredakteur, der Focus inhaltlich und gestalterisch souverän in die Zukunft führen wird", betonte Burda-Vorstand Philipp Welte. Ulrich Reitz habe bereits zentrale Weichenstellungen vorangetrieben: die Umstellung auf den neuen Erscheinungstag Samstag, den Umzug von München nach Berlin und die Etablierung neuer redaktioneller Prozesse.

"Ulrich Reitz hat diese drei wichtigen Missionen erfüllt und wird sich in Zukunft darauf konzentrieren, eine pointierte und fundierte Position für "Focus" im gesellschaftlichen Diskurs zu vertreten", sagte Vorstand Welte weiter. Zudem werde ab März der frühere Chefredakteur der Bild am Sonntag, Walter Mayer, als journalistischer Berater die Redaktion verstärken.

Der Focus kämpft seit Jahren gegen rückläufige Auflagen. Im vierten Quartal 2015 lag die verkaufte Auflage bei 501 000. Drei Jahre zuvor waren es noch 564.000 Exemplare.