Forderungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Legt alle Kosten offen

Die Bürger zahlen jährlich etwa 7,5 Milliarden Euro an Rundfunkbeiträgen. Diese Einnahmen werden entsprechend dem Finanzbedarf der Sender verteilt, der von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) festgestellt wird. Das klingt nach einem transparenten Verfahren, das es aber in Wirklichkeit nicht ist.

Der Bericht der KEF lässt nur ungefähr erkennen, wofür die Sender Geld ausgeben. Eine vollständige und detaillierte Auflistung der Programmausgaben enthält er nicht. So ist weder nachvollziehbar, was einzelne Sportrechte kosten, noch was man für einzelne Sendungen aufwendet. Wer sich über Zwangsbeiträge finanziert, der sollte dem Beitragszahler gegenüber zumindest umfassend Rechenschaft ablegen. Zumal eine solche öffentliche Kontrolle dazu beitragen würde, Auswüchse und Fehlentwicklungen zu vermeiden.

Thomas Stadler, 43, ist Rechtsanwalt. Er ist 1969 in Mühldorf am Inn geboren und absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften, einschließlich einer fachspezifischen Fremdsprachenausbildung in Englisch, von 1989 - 1994 an der Universität Passau.