Forderungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Mutiger, schärfer, radikaler!

Seit Anfang des Jahres gibt es den neuen Rundfunkbeitrag für alle - und die öffentlich-rechtlichen Sender sind in der Defensive. So heftig war die Empörung über das System und das Programm noch nie. Und jetzt? 14 Thesen für eine dringend notwendige Erneuerung.

Blast weniger Geld ins System

Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem ist wohl die undemokratischste Form des Zwangseinzugs, die ich kenne. Nach 40 Jahren einer selbst erschaffenen Gebühreneinzugszentrale, die jeden Bürger als potenziellen Lügner einstufte, haben wir jetzt eine steuerähnliche Haushaltsabgabe, die zu einem großen Teil nicht für das Programm verwendet wird, sondern zur Aufrechterhaltung des eigenen absurden Apparats - wie unzählige Spartenkanäle und die ARD als eine Vereinigung von neun Sendern, die gegeneinander arbeiten.

Als Krone der Unverschämtheit nennt man diese Gebühr auch noch "Service" und gibt ein Wahnsinnsgeld für eine Imagekampagne aus, damit wir nicht merken, wie wir verarscht werden. Fair wäre eine Grundgebühr pro Person plus zusätzliche Gebühren für Angebote, die man freiwillig auswählen kann. Zumindest könnte man bei so vielen hochbezahlten vermeintlich klugen Menschen nach 40 Jahren verlangen, eine durchdachtere Neuordnung zu präsentieren, die uns Zuschauer nicht für blöd verkauft. Trotzdem wedelt man immer wieder mit dem moralischen Zeigefinger vor unserer Nase nach dem Motto: "Seid froh, dass es die Tagesschau gibt!"

Oliver Kalkofe, 47, ist Schauspieler und Komiker. In seiner Sendung Kalkofes Mattscheibe setzt er sich satirisch mit dem deutschen Fernsehen auseinander.