Focus-Chefredakteur Helmut Markwort hat einen Artikel über Franck Ribérys Rotlichtaffäre verhindert. Besonders pikant daran: Der Journalist sitzt selbst im Aufsichtsrat von Ribérys Verein, dem FC Bayern.
Zumindest in einem großen deutschen Nachrichtenmagazin findet keine Berichterstattung mehr über die Verstrickungen des Bayernspielers im Pariser Rotlichtmilieu statt: Der scheidende Focus-Chefredakteur Helmut Markwort hat dem Magazin einen weiteren Bericht über den Mittelfeldspieler untersagt. Das berichtete das Hamburger Abendblatt und hat der Burda-Verlag, unter dessen Dach der Focus erscheint, inzwischen bestätigt.
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"Fakten, Fakten, Fakten": Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" bringt sich Focus-Chef Helmut Markwort selbst in den Verdacht, sich nicht sklavisch an dieses Credo zu halten. (© dpa)
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Warum der Artikel nicht veröffentlicht wird, darüber schweigen die Verantwortlichen des Magazins. Sprecherin Cornelia Tiller verwies darauf, dass redaktionsintern entschieden würde, welche Texte veröffentlicht würden und welche nicht - und Markwort obliege im Gegensatz zu seinen Co-Chefredakteuren Wolfram Weimer und Uli Baur die Entscheidung über Sport-Themen.
Böse, wer Böses denkt, doch hat Markworts redaktionelle Entscheidung einen schalen Beigeschmack: Der Münchner Journalist sieht dem Franzosen selbst an jedem Wochenende beim Dribbeln zu - von der Ehrentribüne aus. Markwort ist seit vielen Jahren Mitglied im Verwaltungsrat des FC Bayern und seit 2003 im Aufsichtsrat des Vereins. Bei Heimspielen sitzt er auf der Tribüne der Arena in Fröttmaning, zu den Auswärtsspielen begleitet er die Mannschaft und sitzt nach Partien mit den Akteuren beim Bankett.
Eng verbandelt
Markwort hat bereits angekündigt, sich nach 17 Jahren als Chefredakteur des von ihm mitgegründeten Nachrichtenmagazins zurückzuziehen. Ihm wird Wolfram Weimer, bislang Chefredakteur und Herausgeber des Cicero, nachfolgen. Markwort wird jedoch weiterhin als Herausgeber des Focus fungieren.
Uli Hoeneß war schon zu Gast in Markworts TV-Sendung Sonntags-Stammtisch, Franz Beckenbauer und Paul Breitner ebenfalls. Markwort ist selbst Mitglied im Verwaltungs- und Aufsichtsrat des FC Bayern. Ribéry wiederum ist Angestellter des FC Bayern, erst vor drei Monaten hat er seinen Vertrag bis zum Jahr 2015 verlängert - nach dem Eröffnungsspiel gegen Wolfsburg (Ribéry bereitete den 2:1-Siegtreffer vor) parlierte der Franzose gar auf Deutsch, was als weiteres Indiz für einen langfristigen Verbleib in München gewertet werden dürfte.
Hoeneß wies Ribéry kurz vor Saisonstart darauf hin, dass es nicht selbstverständlich gewesen sei, dass ein Verein einem Spieler derart bedingungslos zur Seite stünde, der Franzose würde nun "in einer gewissen Bringschuld" sein. Was der FC Bayern nun gar nicht gebrauchen kann, sind negative Schlagzeilen Ribéry betreffend.
Markwort ist mit dem FC Bayern eng verbunden - "verbandelt" würde man auf Bayerisch sagen. Und mit dem Veto Markworts zu dem kritischen Artikel über einen Vereins-Angestellten wird nun natürlich die Frage aufgeworfen, ob der Text aus journalistischen Gründen nicht erscheint oder vielmehr deshalb, weil Markwort von dem Verein, dessen Aufsichtsrat er ist, Schaden abwenden möchte.
Schon im Jahr 2003 geriet Markwort kurz nach seiner Wahl in den Aufsichtsrat des FC Bayern in die Kritik: Der Stern warf ihm vor, der Focus hätte vier Tage nach der Wahl auffällig zurückhaltend über den Geheimvertrag von Bayern München mit dem Medienunternehmer Leo Kirch berichtet. Markwort sagte damals, die Berichterstattung hätte nichts mit seiner Tätigkeit beim FC Bayern zu tun. Über den Inhalt hätten "Fakten" entschieden, "nicht mein Fußballhobby".
Kartellamtspräsident Mundt im Interview über die Vergabe der Bundesliga-Rechte, neue Zeitungsfusionen und das Ende des Presse-Grossos, wie er heute ist. Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de)
Wie sagte schon Henrik Ibsen (1828 -1906): "Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, und Sie nehmen ihm zu gleicher Zeit das Glück."
>Die "Freie Presse" ist auch ohne eine weitere Sensationsstory geschäftsschädigend genug. Da erscheint es mir ganz sinnvoll, den Sinn so einer Geschichte vorher auch einmal wirtschaftlich abzuwägen. Wen interessiert schon, was der Ribery in seiner Freizeit macht?<
Eine Veröffentlichung in der Presse hat per se nicht den Zweck, geschäftsschädigend zu sein. Wenn der Zweck geschäftsschädigned sein sollte, macht die Presse ihren Job nicht richtig.
Sollte eine Veröffentlichung aber dennoch geschäftsschädigend sein, dann muss sich das betroffene Unternehmen auch die Frage gefallen lassen, ob die Geschäftsgrundlage nicht vielleicht moralisch, gesetzlich oder sonstwie fehlgeleitet war.
Wo kämen wir denn hin, wenn jede Aufklärung durch die Presse erst einmal wirtschaftlichen Abwägungen unterliegen würde? Unsere sogenannten Fußball-Stars werden mit aberwitzigen Millionen bezahlt, die in keinem Verhältnis zur Leistung stehen. Weltklasse-Fußballer hin oder her: wer ob der Millionen das Verhältnis zu Recht oder Unrecht verliert, kurz: wer Mist baut, muss hierfür gerade stehen. Die Vereine fördern durch die Zahlung von Millionen den Realitätsverlust der Fußballer ja auch noch.
Mich interessiert auch nicht, was Ribery in seiner Freizeit macht, aber illegale Aktivitäten sollte er sich verkneifen, auch wenn er Kohle bis zum Abwinken hat. Wenn Bayern Ribery zur Seite steht, ist das ehrenwert, aber dann voll und ganz, und nicht nur zu dem, was gerade mal nicht geschäftsschädigend ist.
Ich würde gerne mal wissen, wie unabhängig und integer und anerkannt Markwort und andere wären, wenn sie dafür nur wenig Geld bekommen würden.
Denn das wäre der erste Maßstab !
Zweitens behaupte ich, dass in dieser Republik nur noch ganz wenige Menschen Moral haben, die nach E.F. der Kern zu echten seelischen Gesundheit ist.
Ribery ist ein Aushängeschild für viele, und sein Verhalten ist doppelt schlimm: einerseits schädigt er seine Frau mit einem Ehebruch, andererseits begeht er eine hochgradige Straftat wie GV mit Minderjährigen !
Und mir kann keiner weiß machen, dass er nicht ! gewußt hat, was er tut. Und wenn, dann hätte man von ihm ev. Sorgfaltspflicht fordern können.
Also ich behaupte nochmal: Markwort ist unabhängig, und der beste Journalist Deutschlands !!
Nur ist er dafür leider etwas zu dick, zu reich, zu uninteger, zu sehr mit dem FCB verheiratet und noch so einiges mehr !!
MfG !
Schön zu sehen, dass sich wenigstens noch ein Gallisches Dorf etwas traut, ohne etwas auf die Meinung der Anderen zu geben! In dem Punkt sind die Bayern dem Rest Deutschlands sowieso eine Maß voraus! Die "Freie Presse" ist auch ohne eine weitere Sensationsstory geschäftsschädigend genug. Da erscheint es mir ganz sinnvoll, den Sinn so einer Geschichte vorher auch einmal wirtschaftlich abzuwägen. Wen interessiert schon, was der Ribery in seiner Freizeit macht? Und vor allem, wer findet das, was hier passiert sein soll wirklich "abartig" oder "kriminell"?! Muss sich jetzt schon jeder Fußballer wie ein Politiker präsentieren? Oh, Du schöne Heile Welt!!! ....würg....
Fakten Fakten Fakten
und was Fakt ist entscheidet der Oberfakter.
Schaut Euch mal den Stammtisch im Bayerischen Fernsehen an (Sonntags 11:00 Uhr - BR3) - dann wisster Bescheid.
Ich bewundere Markwort, der Mann weiß nicht nur alles, der weiß auch alles besser.
Ich warte nur noch darauf, dass einmal seine Gäste einmal aufstehen und sagen: "Helmut, mach' doch deine Sendung alleine."
Wer so einen Chef hat, braucht kein eigenes Hirn mehr.
Fazit:
Mich wundert das Verhalten von Markwort in Sachen FCBayern -Ribéry nicht.
Paging