Finale von "Breaking Bad" Du bekommst, was du verdienst

Achtung, Spoiler-Alarm: Wer die letzte Folge von "Breaking Bad" nicht gesehen hat, sollte diesen Text nicht lesen. Die Serie findet einen gelungenen Abschluss mit prägenden Momenten - und dürfte deshalb als eine der besten in die TV-Geschichte eingehen.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Es gibt einen Moment der Katharsis in dieser letzten Folge der Fernsehserie Breaking Bad, einen Augenblick der Wahrheit. Walter White steht vor seiner Frau Skyler, um sich zu verabschieden. Er will sich erklären, seine Taten der vergangenen Jahre. "Wenn ich noch einmal hören muss, dass du das alles für die Familie gemacht hast", sagt Skyler. Tränen laufen über ihr Gesicht.

"Ich habe es für mich gemacht", sagt Walter: "Ich habe es gemocht. Ich war gut darin. Und ich war - ich war lebendig."

Ende mit offenem Mund

Es ist die stärkste Szene in einem ohnehin kräftigen Finale einer intensiven Fernsehserie. Showrunner Vince Gilligan hat ihn geschaffen, diesen Moment - ihm ist damit gelungen, woran viele Produzenten zuvor gescheitert sind: Es lässt eine beeindruckende Fernsehserie so enden, dass der Zuschauer mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzt und nickt. Ja, so muss es zu Ende gehen! Breaking Bad dürfte auch wegen dieses Abschlusses als eine der besten Serien in die TV-Geschichte eingehen.

Die Verantwortlichen der Serie feierten das Finale auf dem Hollywood Forever Cemetery mit einer Gala, durch die 1,8 Millionen US-Dollar für einen guten Zweck gesammelt wurde. Marilyn Manson war da, Ewan McGregor, Netflix-Chef Ted Sarandos. Aaron Paul erschien im gelben Schutzanzug und mit Gasmaske, Bryan Cranston bedankte sich bei Vince Gilligan, dann sagte er: "Wie es mir geht, jetzt wo es vorbei ist? Nun, ich glaube, dass ich jetzt wieder Gefühle haben darf." Über das Finale sagte er: "Ich glaube, dass wir das beste Ende für diese Serie gefunden haben."

Das Geständnis seiner Figur Walter White seiner Frau gegenüber ist die Antwort auf die Frage, die Breaking Bad fünf Spielzeiten lang gestellt hat: Der amerikanische Traum gaukelt den Menschen vor, sie könnten alles aus sich machen - wenn sie nur ihr Talent erkennen, es entwickeln und hart daran arbeiten. Breaking Bad kehrt diesen Traum um und fragt provokant: Was ist, wenn deine große Begabung darin besteht, Crystal Meth zu kochen und ein Drogenlord zu sein?

Walter White findet eine ehrliche Antwort darauf. Es gibt keine Entschuldigungen mehr, sein Geständnis ist nicht nur eine Nachricht an seine Frau - es ist eine Botschaft an all jene, die ihr Leben damit verbringen, böse Taten damit zu rechtfertigen, dass sie es für jemanden anderen tun würden: die Familie, das Land, den Glauben. Nein, sagt Walter, die ehrliche Antwort darauf ist: Du machst das alles für dich selbst.