Politische Einflussnahme auf den unabhängigen Journalismus: Die FDP warnt in einer E-Mail vor dem Magazin Panorama.
Dass das Leben nach der Karnevalszeit wieder Regeln braucht, wissen nicht nur die Jecken. Das weiß auch die FDP, die früher, als Oppositionspartei, oft und gerne jeck war, heute aber meist nur noch unfreiwillig närrische Züge zeigt. Vergangene Woche nun luden die Liberalen zum politischen Aschermittwoch, unter anderem auch nach Karlsruhe in Baden-Württemberg. Tags zuvor, am Faschingsdienstag, versandte der Hauptgeschäftsführer des dortigen Landesverbandes der FDP, Sebastian Haag, eine E-Mail an einige Parteifreunde.
Bloß nicht mit denen von der Panorama-Sendung reden, das empfahl die FDP Mitgliedern beim politischen Aschermittwoch. (© Foto: dpa)
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Zu den Empfängern des mehrfach weitergeleiteten Schreibens zählten schließlich auch die FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Birgit Homburger - die später als Starrednerin in Karlsruhe auftreten sollte -, und ihr baden-württembergischer Amtskollege Hans-Ulrich Rülke. In der E-Mail, die der SZ vorliegt, warnt Haag davor, beim Aschermittwochstreffen Interviews zu geben - nicht allgemein, sondern einem Kamerateam im Besonderen: dem des Panorama-Magazins vom NDR.
Die E-Mail beginnt mit dem Hinweis, dass sich für Aschermittwoch ein Kamerateam des NDR angekündigt habe. Jan Havlik, Sprecher des FDP-Landesverbandes in Baden-Württemberg, habe herausgefunden, "dass es sich dabei um ein Team der Panorama-Redaktion handelt".
Dann folgt die Warnung: "Da von dieser Redaktion nach den kürzlich gemachten Erfahrungen kein objektiver Journalismus erwartet werden kann", schreibt Haag, "möchte ich Sie auf die Gefahr aufmerksam machen, bei Interviews als ungewollter Stichwortgeber einer gegen uns gerichteten Medienberichterstattung aufzutreten."
Differenzierte Meinungen würden dort nicht wiedergegeben: "Das ,aber' hinter dem ,ja' wird nicht gesendet." Die Mail endet mit einem freundlichen Hinweis auf eine andere ARD-Anstalt: "Zu Ihrer Information: Es wird auch ein Team des SWR vor Ort sein." Der Südwestrundfunk ist Haags Heimatsender.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie man beim NDR reagierte.
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Panoramo warnt vor Westerwelle und der FDP als Wählergefährdent..
Nehmen wir mal an, die "Junge Freiheit" geht zur Jahresversammlung des Zentralrats.
Muss der Zentralrat der "Jungen Freiheit" ein Interview geben?
Wer diese Frage mit "Nein" beantwortet, muss schon erhebliche argumentative Verrenkungen machen, um zu begründen, warum die FDP "Panorama" ein Interview geben muss.
Wem mein erstes Beispiel zu extrem ist, der möge sich folgendes überlegen:
Muss die Linkspartei dem Rheinischen Merkur oder dem Wall Street Journal ein Interview geben?
Bin kein FDP-Wähler und hätte mich in meiner Zeit als Journalist auch über jegliche Zensur-Versuche von Seiten der politischen Parteien geärgert, aber in diesem konkreten Falle kann ich die Haltung der FDP sehr gut nachvollziehen!
Das Magazin "Panorama" steht genauso wie die Schwesterformate Monitor, Frontal21 und Aspekte für tendenziöse Berichterstattung der übelsten Art und für äußerst fragwürdige journalistische Arbeitsmethoden; kein Wunder, dass die FDP denen kein Interview geben will...!
FDP!
Solch ein Verhalten Eures Führers hätten wir gerne vor der Wahl gesehen, hätte so manchen Wechselwähler hellhörig gemacht!
Da strahlt nur noch die Heide!
... dem empfehle ich den Eintritt und die Übernahme von Ämtern.
Könnte eine interessante Erfahrung werden. Vielleicht kann Herr Wallraff den Job professionell übernehmen und im Anschluss darüber berichten? Dürfte sicher viele Leser interessieren ...
Paging