Eva Herman über die Loveparade Sodom und Gomorrha

Die ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman hat einen umstrittenen Text zur Katastrophe in Duisburg verfasst. Sie vermutet, "ganz andere Mächte" wollten dem "schamlosen Treiben endlich ein Ende" setzen.

Von Christina Maria Berr

Eva Herman meldet sich wieder einmal. Die Buchautorin, die viele Jahre lang in Diensten von ARD-Aktuell stand und Tagesschau-Nachrichten sprach, hat die Loveparade-Katastrophe von Duisburg in ihren angeblichen biblischen Ausmaßen entdeckt.

In ihrem Blog auf der Homepage des Kopp-Verlags schreibt sie dem Unglück einen möglicherweise tieferen Sinn zu: "Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen." Und weiter: "Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!"

Dieser philosophische Tiefpunkt findet sich am Ende eines Beitrags, in dem die ehemalige TV-Moderatorin die Loveparade als "Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geißelt. Weiter schreibt sie, die Veranstaltung sei "in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW".

Herman erklärt in dem Blog am Tag nach dem Unglück, die Bilder der Loveparade erinnerten sie an die "Verfilmung der letzten Tage", wie sie "in der Bibel beschrieben werden". Die jungen Menschen seien "ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung".

Was in Wahrheit eine organisatorische Fehlplanung war, verbunden mit dem Image-Wahn, die Ruhrmetropole durch einen solchen Massen-Event auf die Höhe von New York zu hieven, erscheint in Hermans Visionen als eine Art Warnung von oben. Das Unglück habe, so die 51-Jährige, zur Folge, dass sich die jungen Menschen künftig überlegen werden, ob sie sich noch einmal auf eine solche "Massenparty" einlassen. So weiß Herman: "Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der 'geilsten Party der Welt', der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein!"

Tanz, Tod, Trauer

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