Eurovision Song Contest Ring am Finger, aber trotzdem nicht im Finale

Jana Burceska bekommt nach ihrem Auftritt einen Heiratsantrag.

(Foto: Getty Images)
  • Zweites ESC-Halbfinale: Rumänien jodelt sich in die Endrunde, die Schweiz muss einpacken.
  • Das vom deutschen Grand-Prix-Urgestein Ralph Siegel produzierte Lied für San Marino scheidet aus.

Im zweiten Halbfinale des Eurovision Songcontest hat sich Rumänien gegen die Schweiz durchgesetzt. Mit einer Ballade und der Band "Timebelle" wollte die Schweiz nach zwei verpassten Finaleinzügen wieder oben mitsingen. Der Titel "Apollo", vorgetragen von Sängerin Miruna Manescu aus Rumänien, schaffte es allerdings nicht weiter. Ausgerechnet die Teilnehmer aus ihrem Heimatland, Ilinca feat. Alex Florea, und ihr Lied namens "Yodel it!" verdrängten Manescu. Nun reist also ein rappendes rumänische Duo nach Kiew.

Favoriten kommen weiter

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Um die verbliebenen zehn Startplätze für das Finale am Samstag haben sich insgesamt 18 Länder beworben. Bei der Entscheidung durften auch deutsche Zuschauer abstimmen, auch wenn Deutschland als einer der großen Geldgeber der Veranstaltung traditionell als Finalteilnehmer gesetzt ist. Neben Sängerin Levina müssen sich auch Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich sowie Gastgeber und Vorjahressieger Ukraine nicht fürs Finale qualifizieren.

Zu den Favoriten des Abends zählte unter anderem der 17-jährige Kristian Kostov. Mit seiner Popballade "Beautiful Mess" zog er ins Finale ein. Der in Moskau geborene Bulgare ist der jüngste Teilnehmer des Wettbewerbs und hat bereits an mehreren russischen und bulgarischen Castingsendungen teilgenommen.

Nathan Trent geht für Österreich an den Start. Eigentlich heißt er Nathanaele Koll, ist in Innsbruck geboren und hatte sich neben seiner Heimat auch beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision beworben. Seinen Song "Running on air" soll er innerhalb von 20 Minuten komponiert haben, heißt es auf der Website des Eurovision Song Contest. Die Zuschauer scheint das nicht zu stören - sie wählten den Österreicher ins Finale, ebenso die Teilnehmer aus: Weißrussland, Kroatien, Ungarn, Israel, Norwegen, Niederlande und Dänemark.

Heiratsantrag statt Finaleinzug

Mazedoniens Starterin Jana Burceska hatte erst kurz vor dem Auftritt bekannt gegeben, dass sie ein Kind erwartet. Die große Bühne wählte dann auch ihr Freund, der machte der Sängerin während der Liveshow einen Heiratsantrag - wenn auch erst nach der Zuschauerabstimmung. Ihr Lied "Dance alone" schaffte es nicht auf die oberen Plätze.

Und auch für einen Deutschen brachte der Abend nicht das gewünschte Ergebnis. ESC-Veteran Ralph Siegel hat mit "Spirit of the night" seinen 25. Titel für den Musikwettbewerb produziert, 14 davon schrieb er für Deutschland. Das Duo Valentina Monetta und Jimmie Wilson traten damit für San Marino an. Auch Sängerin Valentina Monetta nahm bereits zum vierten Mal teil. Dieses Mal erhielt sie Unterstützung von Musicaldarsteller Jimmie Wilson.

Jana Burceska freut sich über den Antrag.

(Foto: Getty Images)

Eklat um russische Teilnahme

Als 19. Halbfinal-Teilnehmer sollte am Abend eigentlich auch Russland auf der Bühne stehen. Doch die russische Sendeanstalt sagte den Auftritt der Sängerin Julia Samoilowa ab, weil die Ukraine ihr die Einreise verweigert hatte. Grund war ein von der Ukraine nicht abgesegnetes Konzert der Musikerin auf der Halbinsel Krim.

Zaghafte Vermittlungsversuche des ESC-Veranstalters EBU blieben erfolglos. Beide Länder lehnten eine Live-Schaltung nach Moskau für den Auftritt ab. Eine andere Kandidatin wollte Russland nicht entsenden und hat den ESC nun aus seinem TV-Programm gestrichen.

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