Lena beim Eurovision Song Contest 2011 Mach's noch mal, Lena!

Lena Meyer-Landrut wird auch 2011 beim Eurovision Song Contest für Deutschland antreten. Das hat Stefan Raab entschieden - und heute noch einmal verkündet.

Von Christina Maria Berr

Abgesprochen war das mit der ARD wohl nicht: Kaum hatte Lena Meyer-Landrut, die nun nur noch Lena genannt werden will, den Eurovision Song Contest in Oslo gewonnen, kündigte ihr Mentor Stefan Raab schon eine neue Lena-Runde an. Auch im kommenden Jahr sollte die jetzige Gewinnerin noch mal für Deutschland ins Rennen gehen, erklärte der Pro-Sieben-Moderator noch in der Siegesnacht auf einer Pressekonferenz: "Wir haben im nächsten Jahr den Eurovision Song Contest im eigenen Land und ich finde, es ist nichts natürlicher, als wenn der Sieger im eigenen Land den Titel verteidigt." Lena fand diese offenbar spontane Eingebung gut und stimmte zu.

Die ARD-Granden, die sich gerade erst über Lenas Sieg und die Rekord-Einschaltquote beim Eurovision Song Contest gefreut haben dürften, konnten über diese Äußerung direkt nach dem Sieg vermutlich nur staunen: Hatten sie doch gemeinsam mit Pro Sieben den Contest im Vorfeld begleitet. Raab hatte in der Sendung Unser Star für Oslo eine Grand-Prix-Hoffnung gecastet. Lena gewann die Sängersuche. ARD und Pro Sieben übertrugen gemeinsam. Ein neues Konzept, damit Raab Pep in die öffentlich-rechtliche TV-Bude bringen sollte.

Das hat offenbar geklappt - und sollte, so eine Pressemitteilung kurz vor dem Finale, im kommenden Jahr wiederholt werden. So dachte man bis zu Raabs Äußerung. Denn, wenn Lena zum zweiten Mal für Deutschland antritt - was durchaus ungewöhnlich ist - dann braucht es eigentlich keinen neuen Wettbewerb mehr. Und damit könnte die ARD-Pro-Sieben-Zusammenarbeit ein ruhmreiches, schnelles Ende finden. Doch genau das soll nicht passieren, erklärt Raab in der heutigen Pressekonferenz.

Seine Worte am Samstagnacht waren zunächst im Siegestaumel untergegangen. Was in der Nacht noch als euphorischer Scherz angesehen wurde, wiederholte Lenas Mentor Raab am Sonntag noch einmal bei der Ankunft in Hannover vor großem Publikum. Heute erklärte er seine Worte in seinem Kölner TV-total-Studio und auch die Senderchefs konnten sich dazu erklären.

"Das wird ein Riesending"

Diese Idee, so Raab, sei aus einem "Überschwang der Gefühle" passiert. Dennoch sei es nach wie vor "moralisch sowie musikalisch und ethisch" die einzige Möglichkeit. Und auch NDR-Intendant Lutz Marmor bestätigte, dass Lena wieder antreten solle. Nach diesem Sieg könnte jeder andere Kandidat ohnehin nur verlieren. Das bedeute jedoch nicht, dass es kein weiteres gemeinsames Casting im Vorfeld des nächsten Eurovision Song Contest gebe.

Man könnte in einem TV-Auswahlverfahren beispielsweise das Fernsehpublikum abstimmen lassen, welches Lied Lena 2011 präsentieren soll. Aber, hier gibt der sonst so spontane Raab zu: "Über den genauen Modus sind wir noch nicht ganz im Klaren." Wie genau das aussehen könnte, wissen auch die ARD-Verantwortlichen noch nicht.

Bei der Ortswahl können die Chefs im Öffentlich-Rechtlichen mitreden: "Entscheiden wird der NDR in Abstimmung mit der ARD und der Europäischen Rundfunkunion", erklärte NDR-Intendant Lutz Marmor auf der Pressekonferenz. Und wo und mit welchem Song auch immer sich Lena erneut dem Publikum des Eurovision Song Contest stellen wird, eines ist Raab jetzt schon klar: "Das wird ein Riesending. Ich bin jetzt schon ganz fertig mit den Nerven."

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