Lange Zeit war das digitale Radio technisch zu mangelhaft, nun gehen die Macher mit einem verbesserten Standard an den Start. Die Erfolgsprognosen sind jedoch vage.
Manfred Breuckmann ist ein Fußball-Kommentator alter Schule. Seine Stimme prägte die Radioberichterstattung des Westdeutschen Rundfunks über Jahrzehnte. Nun wird der 60-Jährige für das Radio der Zukunft tätig werden. Breuckmann soll beim Digitalradiosender 90elf Bundesliga-Spiele kommentieren. 90elf ist eines von 14 Programmen, die von diesem Dienstag an bundesweit im neuen digitalen Radio DAB+ zu empfangen sind. DAB+ soll langfristig zum Radiostandard werden.
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Lange Zeit technisch zu mangelhaft: Der verbesserte Standard DAB+ bedeutet für viele die letzte Chance für das Digitalradio in Deutschland. (© dapd)
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Das Digitalradio hat in Deutschland bereits eine leidvolle Geschichte hinter sich: Was sich in der Theorie bestechend anhört - mehr Sender als bisher, in einer besseren Klangqualität mit besseren Empfangsmöglichkeiten und zusätzlichen Serviceangeboten -, konnte sich jahrelang nicht gegen die bewährte, analoge UKW-Technik durchsetzen. Das so fortschrittliche Digitalradio war sehr lange technisch mangelhaft, überzeugte auch durch seine Inhalte nicht, die Empfangsgeräte waren zu teuer. Der neue, verbesserte Standard DAB+, so sehen es die meisten Beteiligten, ist die letzte Chance für das Digitalradio in Deutschland.
Politik und öffentlich-rechtlicher Rundfunk wollen diese Chance jetzt nutzen. Ziel ist die Abschaltung aller analogen Sendeanlagen, die für die Sender im Vergleich zur Digitaltechnik teurer sind. Das wäre das Ende von UKW. Im Fernsehen ist die Digitalisierung weitgehend vollzogen. Ein Termin für die Umstellung des Radiostandards wurde aber nicht gesetzt. In den kommenden zehn Jahren wird es also trotz des neuen Digitalradios weiter UKW-Sender geben.
Vor allem kommerzielle Radioveranstalter zögern, sich auf DAB+ einzulassen. Sie scheuen das wirtschaftliche Risiko. Sie müssen jetzt zwei Vertriebswege finanzieren. Doch gegenwärtig ist kaum absehbar, ob sich Hörer und Werbekunden in die digitale Zukunft so überführen lassen, dass keine Verluste entstehen. Die Prognosen auf Werbe-Einnahmen beim Digitalradio sind vage.
Neue öffentlich-rechtliche Sender wird es im Digitalangebot zunächst nicht geben. Bestehende Digitalkanäle der mit Gebühren ausgestatteten ARD wie zum Beispiel On3-Radio, der Jugendsender des Bayerischen Rundfunks, setzen auf einen Hörerzuwachs, da nur wenige den alten Digitalstandard empfangen konnten. ARD und Deutschlandradio werden mit ihren eingeführten Programmen im DAB+ vertreten sein: das Deutschlandradio mit den Wellen DRadio Kultur, Deutschlandfunk und DRadio Wissen bundesweit, die ARD-Anstalten bis spätesten Ende des Jahres in ihren jeweiligen Sendegebieten.
Das Digitalradio soll vor allem private Anbieter fördern, die im ausgereizten UKW-Spektrum in der Vergangenheit keine Frequenzen bekamen. Das gilt für das Fußballradio 90elf, den Musiksender Radio Absolut oder das christliche Radio Horeb. 50 Millionen Menschen können derzeit digitales Radio in Deutschland empfangen, vornehmlich in Ballungsräumen und entlang der Hauptverkehrswege. Ob eine flächendeckende Versorgung zu erreichen ist, wird sehr davon abhängen, wie viele der neuen digitalen Radiogeräte (die auch UKW-Sender empfangen können) abgenommen werden.
So ein Gerät kostet mindestens 50 Euro, 15 Millionen verkaufte Empfänger wären nach Einschätzung der meisten Beteiligten notwendig, damit DAB+ sich durchsetzt. Die Hoffnung ruht nun auf dem kommenden Weihnachtsgeschäft, das Lockvögel wie Manfred Breuckmann ankurbeln sollen.
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(SZ vom 02.08.2011)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Ich sehe in einer bloßen Steigerung der empfangbaren Programme noch keinen Qualitätssprung. Ob ich dreißig Sender empfangen kann oder sechzig ist mir relativ egal (und ich möchte wetten, daß den meisten Hörern schon heute nicht bewußt - und auch relativ egal - ist, wie viele Sender sie über UKW empfangen können..). Also: Lieber Klasse (und damit meine ich die Programmqualität) statt Masse..
Ach käme doch mal einer zu mir und würde fragen, was ich brauche.
Aber, keine Chance. Entwicklung? Doch nicht mehr in Germania.
Es werden zig Millionen Entwicklungsgelder verheizt und dann machen unsere fixen Chinamänner den Reibach.
Und bauen einen Schrott, dass die Sau graust. Ergonomie absolut null,
Systemdenken unter null und Funktionalität und Design like Harry Potter Umweltfreundlichkeit und Ungiftigkeit, was ist das. Der Schrott geht sowieso nach Sibirien oder Afrika, oder?
Nur ein Satz ist richtig, Zitat: "Das Digitalradio soll vor allem private Anbieter fördern".
Und wir "Verbraucher"? Sind wir die Doppeltmüllkonsumenten? Reicht dieser "Berti-Lust-Koni-Mist" nicht für Italien?
Ich glaube ich werde von soviel konsumiertem Schwachsinn - alt...
Ich frage mich nur warum ich schon bevor das "Trum" auf den Markt kommt, sehe was für ein Schrott das ist. Haben Sie schon mal das Bild von DVB-T mit "normalem" Sat DVB-S oder Sat DVB-S HD verglichen. Besser nicht, der Sperrmüllberg wird sonst zu hoch...
Auf Empfängerseite:
In jedem Radio, auch analogen Empfängern, sind heute integrierte Schaltkreise zu finden. Ihre Informationen zum Stromverbrauch sind veraltet: Dieser wurde in den letzten Jahren drastisch reduziert. Die Laufzeiten haben sich vervielfacht. Es gibt auch Modelle mit Solarpanel (von Roberts).
Auf Senderseite:
Analog: EIN Programm mit 100KW ERP
Digital: (ca.) FÜNFZEHN Programme mit 10KW ERP
Bei gleicher Abdeckung(!) pro Programm nur ein einhundert fünfzigstel der Sendeleistung!
Forscher, wie könnte man also am besten ein Kraftwerk einsparen?
P.S.: Meine vorher gepostete Senderliste gilt nur für München.
LoungeFM (72 kbps DAB+)
ERF Radio (72 kbps DAB+)
Absolut Radio (64 kbps DAB+)
ENERGY (64 kbps DAB+)
90elf 1
90elf 2
90elf 3
90elf 4
90elf 5
RADIO BOB! (72 kbps DAB+)
Klassik Radio (64 kbps DAB+)
Kiss FM (64 kbps DAB+)
Radio Horeb (48 kbps DAB+)
ROCK ANTENNE (192 kbps)
Radio Galaxy (160 kbps)
Deutschlandfunk (128kbps)
Deutschlandradio Kultur (128 kbps)
DRadio Wissen (48 kbps DAB+)
Dokumente und Debatten (40 kbps DAB+)
Bayern 1 (Oberbayern) (160 kbps)
Bayern 1 (Mittel-/Oberfranken) (80 kbps DAB+)
Bayern 1 (Mainfranken) (80 kbps DAB+)
Bayern 1 (Niederbayern/Oberpfalz) (80 kbps DAB+)
Bayern 1 (Schwaben) (72 kbps DAB+)
Bayern plus (128 kbps)
Bayern 2 plus (Nord) (80 kbps DAB+)
Bayern 2 (Süd) (160 kbps)
Bayern 3 (160 kbps)
B5 aktuell (80 kbps DAB+)
B5 plus (96 kbps Mono)
BR-Klassik (192 kbps)
on3radio (128 kbps)
BR Traffic News (48 kbps Mono)
Forscher schreibt
"UKW-/FM-Empfänger kann man mit Knopfzellen oder Solarpanel betreiben."
allerdings ist der Energieeinsatz der Sender bei analoger Technik ungleich höher -- abgesehen davon, dass die Sendeleistung noch zusätzlich erhöht wird, um das Übersprechen benachbarter Sender unhörbar zu machen
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