"Comedy mit Karsten" im MDR Für die Urenkel

Julius Fischer (l.) und Christian Meyer machen im MDR Comedy mit Karsten

(Foto: MDR/Stephan Flad)

Der Regionalsender MDR will mit seinem Programm nicht mehr nur die Großeltern erreichen, sondern zeigt jetzt auch Comedy von jungen Menschen für junge Menschen. Und die ist sogar lustig. Wahnsinn.

Von Cornelius Pollmer

Der MDR, daran sei erinnert, ist jener Regionalsender im Gebührenverbund, der sich lange mit Formaten wie Wo ist Lippi? über die Stunden zu retten versuchte. Wolfgang Lippert wurde mit Wetten-dass-ähnlichem Sichtschutz im Sendegebiet ausgesetzt (gute Idee) und sollte dann in einer bumslustig gemeinten Sendung herausfinden, wo genau er sich befindet (keine gute Idee). Als jedoch Karola Wille 2011 die Intendanz bezog, da brachte sie eine große Packung Mottenkugeln mit und gab vor, der MDR solle sich fortan nicht nur um seine Stammzuschauer kümmern, sondern auch um deren Ur-Enkel.

Jugend mag Lustiges, deshalb versucht sich der MDR seit einer Weile verstärkt in diesem Fach. Erst gab es einen halb-gelungenen Versuch mit Olaf Schubert, nun gibt es einen dreiviertel-gelungenen mit dem Duo The Fuck Hornisschen Orchestra (TFHO).

Abdelkarim, "Marokkaner Ihres Vertrauens"

Julius Fischer und Christian Meyer leben in Leipzig, aus dem dortigen Off-Off-Broadway-Theater Neues Schauspiel kommt ihre Comedy mit Karsten. Als Gerüst dieser dient das leicht regionalisierte Prinzip Quatsch Comedy Club. Kleinkünstler aus dem MDR-Sprengel ergänzen das Tableau bundesweit Bühnenerfahrener. Diese passen ihre Kurzauftritte nur gelegentlich ans Sendegebiet an, etwa Abdelkarim, der als "Marokkaner Ihres Vertrauens" in Sendung Nummer drei reüssiert: "Mein Vater wird stolz auf mich sein. Ich war im Osten und alle sind für mich aufgestanden. Das passiert sonst nur vor Gericht."

Dieses Gerüst trägt die Sendung, ihr Gelingen aber garantieren TFHO und Autor André Herrmann, der für Comedy mit Karsten Ideen und Texte liefert. So wird das Stand-Up immer wieder von Rubriken unterbrochen, darunter die schöne Wiederbelebung von literal videos, in denen Popsongs neu betextet werden, und zwar mit der Beschreibung des Inhalts ihrer Musikclips. Auch hier gibt es mit Silbermond Beispiele aus mitteldeutschem Gebiet, wohl aber nicht auf Weisung des MDR.

"Wir sind die Version von Joko und Klaas, die sich der MDR leisten konnte", sagt Julius Fischer, optisch übrigens zu verorten zwischen Anton Hofreiter und Chris Griffin aus Family Guy. Christian Meyer sagt, ein Zugeständnis habe man dem MDR aber machen müssen, "Simone Thomalla wird in der Pause mit Silikonpistolen jonglieren." Dann ergänzt er, die Sache habe ihr Gutes, denn: "Es gibt gar keine Pause."

Comedy mit Karsten, MDR, Sonntag, 22 Uhr.

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