Intendant Thomas Gruber nimmt vorzeitig seinen Hut. Wer ihm auf dem Chefsessel beim Bayerischen Rundfunk folgt, ist noch offen - Gerüchte sehen dort allerdings Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Er gilt als der große Reformer des Bayerischen Rundfunks: Seit acht Jahren steht Intendant Thomas Gruber an der Spitze des drittgrößten Senders in der ARD-Familie. Jetzt will der 67-Jährige vorzeitig gehen. Die Zeit sei reif für einen "Generationenwechsel", begründete Gruber seine Entscheidung, bereits Anfang des nächsten Jahres seinen Posten zu räumen. Eigentlich dürfte der gebürtige Schwabe noch bis Ende 2011 bleiben.

Thomas Gruber, Ulrich Wilhelm, BR, dpa

Der BR-Intendant Thomas Gruber (li.) will nach neun Jahren an der Spitze des Senders sein Amt räumen. Als Nachfolger wird Regierungssprecher Ulrich Wilhelm (CSU) diskutiert (© Foto: dpa)

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Er wolle das Seine dazu beitragen, "dass sich der Bayerische Rundfunk möglichst gut für die künftigen Aufgaben rüstet", sagte Gruber. Er begründete sein Ausscheiden damit, "dass der BR in naher Zukunft vor einer ganzen Reihe von sehr tiefgreifenden, grundsätzlichen Weichenstellungen steht mit Konsequenzen, die weit in die Zukunft reichen und damit unweigerlich auch in die Amtszeit meines Nachfolgers".

Wer Grubers Nachfolge antritt steht noch nicht fest - allerdings taucht schon seit geraumer Zeit immer wieder der Name des Regierungssprechers Ulrich Wilhelm (CSU) auf. Bestätigt ist seine Kandidatur offiziell allerdings noch nicht. Der Münchner arbeitete in den achtziger Jahren als Journalist, bevor er in die politische Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wechselte. Seit 2005 ist Wilhelm Sprecher der Bundesregierung.

Potentielle Kandidaten sollten sich jedenfalls beeilen: Die Vorschlagsfrist endet bereits in gut zwei Wochen, am 15. April. Der Rundfunkrat, der nach eigenen Angaben möglichst rasch über Grubers Nachfolge entschieden will, tritt das nächste Mal am 6. Mai zusammen. Dem Aufsichtsgremium gehören Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an.

Thomas Gruber verlässt den Bayerischen Rundfunk damit pünktlich zu seinem 30jährigen Dienstjubiläum. Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler begann seine Karriere 1981 als Assistent des damaligen Fernsehdirektors. Gruber wurde 1995 selbst Hörfunkdirektor; in dieser Funktion führte er unter anderem den Sender B5 Aktuell ein. Der BR-Intendant war außerdem zwei Jahre lang ARD-Vorsitzender.

Zu seinem 65. Geburtstag hatte Gruber noch auf das "Privileg" seines Amtes verwiesen: "Ich bin der einzige hier, der mit 65 noch jahrelang weiterarbeiten kann."

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(sueddeutsche.de/apn/dpa/leja)