"Bild"-Chefkolumnist Die wundersame Welt des Franz Josef Wagner

Franz Josef Wagner kann sich noch gut an seine Zeit als Baby erinnern - auch wenn er mittlerweile 71 Jahre alt ist. (Archivfoto vom 28.07.2008)

(Foto: dpa)

Frauen verhexen Winde. Frauen tragen zu dicke Panzer. Frauen in Führungspositionen sind das dritte Geschlecht: das Hosenanzugsgeschlecht.

Von Jana Stegemann

Franz Josef Wagner ist seit gefühlt hundert Jahren Bild-Chefkolumnist, eine Position, die 2001 extra für ihn geschaffen wurde. Davor war er unter anderem Bild-Kriegsreporter, Bunte- und BZ-Chefredakteur. Seine Texte sind, so kann man es wohl sagen, nicht unumstritten. Bewunderer bezeichnen den 71-Jährigen als "Gossen-Goethe". In der vergangenen Woche verärgerte Wagner aber ziemlich viele Menschen mit einem Brief. Darin schrieb er: "Was ist aus unseren Müttern geworden? Sie sind Business-Frauen, sie trinken Smoothies, sie laufen sich das Fett ab. Sie sind wie Männer." Die Empörung im Netz ließ nicht lange auf sich warten. Dagmar von Taube, Welt-Journalistin und seit 25 Jahren mit Wagner befreundet, hat ihn zu Hause besucht und ihm die Frage aller Fragen gestellt: "Welche Zicke hat dein Herz gebrochen?"

Die Welt nach Wagner - in elf Zitaten:

"Das Baby ist nicht mehr das Baby, so wie ich es erlebte, als ich ein Baby war!"

Wer heutzutage Babys nach ihren Wünschen, Vorstellungen und Erfahrungen befragt, hört immer dasselbe: Wääähhh.

"Die Männer haben heute Angst vor Frauen. Sie sind ihnen fremd geworden und die Männer vielen Frauen zu dumm."

Deutschlands Spinnen ärgern sich schon länger darüber, dass kaum mehr jemand vor ihnen Angst hat.

"Unser ganzes Leben ist eine Illusion. Es ist die Frau, die wegsegelt. Es ist der Traum, der bleibt."

Wo segeln all die Frauen nur hin? Neben Plastikstrudeln in den Weltmeeren werden auch Segelboote voller Frauen ein Problem für das ökologische Gleichgewicht der Ozeane.

"Und ich habe zu viele traurige Frauen erlebt, die dann da saßen - Nikotinsüchtig, Alkoholsüchtig, mit ihrer kleinen Karriere - mit einem nichts. Wo ist das Glück?"

Kinderlose Frauen sind überall auf der Welt gleich: nikotinsüchtig, alkoholsüchtig, unglücklich. Oder ist Ihnen schon mal eine glückliche kinderlose Frau begegnet?

"Ich will eine moderne Frau, aber keine Hero-Frau. Hero-Frauen kann man nicht umarmen. Sie tragen zu dicke Panzer. Ich will eine moderne, berufstätige, selbstbestimmte Frau, aber in einem veilchenblauen Kleid. Eine Hybrid-Frau sozusagen."

Hybrid-Frauen sind die Zukunft der Frauenindustrie.

"Frauen verhexen auch die Winde. Wir waren immer nur Jungs auf Schiffen. - Ich wünsche mir eine Frau etwa wie meine Mutter."

Nicht die Erderwärmung ist für den Klimawandel verantwortlich, es sind die von Frauen verhexten Winde.

"Frau Merkel arbeitet wie hundert Männer. Eigentlich ist sie eine Königs-Kobra."

Zehn Jahre lang ist Angela Merkel Bundeskanzlerin - und sie soll eine vierte Amtszeit anstreben. Den Steuerzahler kommt das günstig, weil die Regierung durch Merkels Superkräfte weniger Mitarbeiter braucht.

"Die Entzauberung kommt, wenn das geheimnisvolle Wesen plötzlich sagt: 'Die Butter ist alle.'"

Bisher dachten wir, der Satz "Wir müssen reden" sei der Dolchstoß für jede Beziehung. Wir haben uns geirrt.

"Und diese Mütter waren ohne Bahncard, ohne Kreditkarten."

Mütter mit Bahncard und Kreditkarte sind keine guten Mütter. Das merken Babys sehr schnell.

"Ich mag Frauen in Führungspositionen, kluge, studierte Frauen. Aber sie haben diese Gender-Welt längst überschritten. Sie sind das dritte Geschlecht: Das Hosenanzugsgeschlecht."

Wenn das Hosenanzugsgeschlecht die Welt regiert, kann das Veilchenblaues-Kleid-Geschlecht wohl einpacken.

"Wenn ich heute, 2015, jung wäre, würde ich Elternzeit nehmen und in Teilzeit gehen, ganz klar."

Klar.