Besuch bei BBC Queen platzt in Live-Sendung

Mit am Moderatorentisch: Queen Elizabeth II. in einer Sendung von BBC Radio 4. HIer wussten alle über ihren Besuch Bescheid.

(Foto: Reuters)

Die BBC freute sich über den Senderbesuch von Queen Elizabeth II. Aber damit, dass die Monarchin die Abendnachrichten sprengt, hatte niemand gerechnet. Am wenigsten die Moderatoren.

Mitten unter den Beifall klatschenden Mitarbeitern steht die kleine Frau im türkisfarbenen Kostüm und dem passenden Hut und lugt neugierig durch die Glasscheibe zu den Moderatoren.

Den Moment in der BBC-News-Sendung am Freitagabend bezeichnet Moderator Worricker im Nachhinein als einen "der bizarrsten Augenblicke Fernsehen, den die BBC in der letzten Zeit produziert hat." Denn mit der Queen hatten Worricker und Moderatorenkollegin Sophie Long nicht gerechnet.

Die britische Monarchin besuchte das neue BBC-Sendezentrum in London - und ihr spontaner Fernsehauftritt war das ungeplante Highlight der eineinhalbstündigen Tour.

Die Redaktionsmitarbeiter waren dem britischen Guardian zufolge zuvor dazu angehalten worden, während des Besuchs der Queen an ihren Schreibtischen sitzenzubleiben - so wäre der royale Rundgang unauffällig abgelaufen und die Monarchin im Fernsehen vielleicht gar nicht aufgefallen. Aber wie soll man auf seinem Stuhl hocken bleiben, wenn die Königin persönlich vorbeischaut? Überwältigt ob des "sehr besonderen Gastes", wie Worricker in der Sendung kommentiert, brach das Personal in spontanen Applaus und Fotoschießen aus.

Die Queen nahm es gelassen. Und obwohl ihr Ehemann Prinz Philip im Krankenhaus liegt, bewies die 87-Jährige ihren trocken-britschen Humor. Auf die Frage des langjährigen Rundfunksprechers John Humphrys, wie es Prinz Philip gehe, antwortete Elizabeth II. mit Schulterzucken: "Ich habe keine Ahnung. Er wurde ja soeben erst eingeliefert", schreibt der Guardian.

BBC-Moderator Bruce Forsyth resümierte nach dem sechsten Senderbesuch der Queen (der erste war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als die kleine Elizabeth ihren Vater König George VI., ihre Mutter und Schwester Margaret begleitete): "Es ist ein großer Tag für die BBC." Dafür sei es auch an der Zeit gewesen, fügte Forsyth in Anspielung auf die vergangenen Skandale im Sender hinzu. In der nächsten Sendung dürften Worricker und Long nicht gerade gelassen angehen.