Berlin Graffiti-Künstler schmuggeln Spott ins "Homeland"-Set

Bei den Dreharbeiten zur US-Serie "Homeland" in Berlin haben Graffiti-Künstler Kritik in die Serie geschmuggelt.

(Foto: 20th Century Fox International Television)
  • Bei den Dreharbeiten zu "Homeland" in Berlin haben drei Graffiti-Künstler mit arabischen Schriftzeichen die US-Serie kritisiert.
  • Von den Schmäh-Schriftzügen am Set, die auch im offiziellen Trailer zu erkennen sind, bekamen die Serienmacher nichts mit.
  • Mit der Aktion wollen die Künstler auf die stereotypische Darstellung von Muslimen aufmerksam machen.

"Homeland ist eine Wassermelone"

Sie steht schon länger in der Kritik. Der populären US-Serie "Homeland" um CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) wird vorgeworfen, es mit Details über Afghanistan und Pakistan nicht so genau zu nehmen.

Drei Graffiti-Künstler aus Ägypten und Berlin haben ihren Unmut über "Homeland" nun kreativ in die neueste Episode geschmuggelt. Mit arabischen Schriftzeichen sprühten sie auf Wände unter anderem Botschaften wie "Homeland ist rassistisch" oder "Homeland ist ein Witz, und wir haben nicht gelacht" und "Homeland ist eine Wassermelone'", was so viel bedeute wie "Homeland" ist ein Schwindel.

Hier zeigt die ägyptische Künstlerin Heba Amin auf ihrer Homepage einige der Graffitis.

Von den Schmäh-Schriftzügen am Set, die auch im offiziellen Trailer zu erkennen sind, bekamen die Serienmacher nichts mit, offenbar weil keiner von ihnen Arabisch versteht.

Künstler sollten eigentlich Flüchtlingslager herrichten

Ursprünglich waren die "Arabian Street Artists" Amin, Caram Kapp und Stone angeheuert worden, um ein Set in Berlin als libanesisches Flüchtlingslager herzurichten. Doch statt Schriftzüge zu sprühen, die den syrischen Machthaber Baschar al-Assad preisen, entschieden sie sich, den Drehort für eine politische Botschaft zu nutzen.

"Wir fanden es wichtig zu sagen, dass die stereotypische Darstellung (Afghanistans, Pakistans und der Muslime; Anm. d. Red.) gefährlich ist und die Wahrnehmung dieser Region beeinflusst, was auch außenpolitisch Folgen hat", sagte Amin der Washington Post.

Idee des Hackens verbindet

Für ihren Künstler-Kollegen Stone war es wegen der politischen Standpunkte der US-Serie zunächst schwer gewesen, Mitstreiter zu finden, die mit ihm den Auftrag in Berlin annehmen würden, erzählt Amin. Erst als die Gruppe übereinkam, die Serie "zu hacken", waren alle bereit, das Projekt anzugehen.

Mit ihrer Kritik an "Homeland" sind die "Arabian Street Artists" nicht allein. Schon in der Vergangenheit wurde der Serie angelastet, Muslime als eine potenzielle Gefahr darzustellen.

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