Beleidigung WDR geht gegen Serdar Somuncu vor

Serdar Somuncu, aufgenommen im Juni 2014

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Somuncu hatte auf einer Podiumsveranstaltung im November 2015 die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Sender kritisiert und dabei die betreffende Redakteurin namentlich genannt.
  • Der WDR erklärte, der Sender unterstütze seine Mitarbeiterin bei rechtlichen Schritten gegen den Kabarettisten.

Tabubrüche scheut Serdar Somuncu grundsätzlich nicht. Schließlich will der Kabarettist nach eigener Aussage "wehtun". Somuncu hat unter anderem das Buch "Der Adolf in mir" geschrieben und tourte mit szenischen Lesungen von "Mein Kampf" durch Deutschland.

Nun könnte seine direkte und schonungslose Art juristische Konsequenzen haben. Eine WDR-Redakteurin hat nun rechtliche Schritte gegen den Kabarettisten wegen Beleidigung eingeleitet.

Der WDR stellt sich hinter seine Mitarbeiterin

Der Grund: Somuncu hatte auf einer Podiumsveranstaltung der Körber-Stiftung im November 2015 die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Sender harsch kritisiert und dabei die betreffende Redakteurin namentlich genannt. Der Kabarettist soll wörtlich gesagt haben: "Diese Arschlöcher nehmen sich raus, im Namen der Gebührenzahler, uns zu zensieren. Und das war für mich die Keimzelle des Faschismus." Aufgrund dieser Aussagen wurde Somuncu aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Im äußersten Fall könnte es zu einer Klage kommen.

Aber nicht nur die Senderverantwortlichen griff Somuncu an, sondern auch seine Kabarettkollegen: "Die saßen da und haben ihre Schnauze gehalten, weil sie Schiss hatten, dass sie auf RTL nicht mehr funktionieren."

Auf Youtube ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung nach wie vor abrufbar, eigenen Angaben zufolge hat der WDR jedoch die entsprechenden Stellen entfernt.

Der Sender stellt sich hinter seine Mitarbeiterin: "Wir unterstützen sie dabei, da wir nicht dulden, dass unsere Mitarbeiterin öffentlich als 'Keimzelle des Faschismus' oder 'Arschloch' bezeichnet wird."

Somuncu hatte auf Facebook auf den drohenden Rechtsstreit aufmerksam gemacht, er reagierte in einem Post am Montag dann aber angefasst. "Der WDR macht da weiter, wo er immer war", schreibt er. Außerdem hat der Kabarettist sein Profil mit einem "Zensiert"-Stempel versehen.