Ausstieg aus ZDF-Serie Iris Berben verabschiedet sich von Rosa Roth

"An der Spitze des Erfolgs sollte man aussteigen": Fast 20 Jahre lang hat Iris Berben im ZDF die Kommissarin Rosa Roth gespielt. Jetzt sieht sie die Zeit gekommen, aufzuhören - und vielleicht in einer "guten Komödie" neu anzufangen.

Von Michaela Brehm

Sie trägt Trenchcoat und lebt alleine in Berlin: die Kommissarin Rosa Roth. Seit zwei Jahrzehnten wird sie von Iris Berben verkörpert.

(Foto: Stephanie Kulbach)

Am Telefon war am Freitag eine sehr aufgeräumt wirkende Iris Berben zu erreichen. Am Abend stand noch ein Nachtdreh zu der ZDF-Serie Rosa Roth an, in der sie seit fast 20 Jahren die Kommissarin gleichen Namens spielt. Kein Hadern mit ihrer Entscheidung, die das ZDF nun verkündet hat, aber schließlich ist Berben auch Schauspielerin, und eine gute. Nur die Rosa Roth will sie nicht mehr spielen. "An der Spitze des Erfolgs sollte man aussteigen", wird sie in der Mitteilung des ZDF zitiert. Am Telefon sagt sie, dass sie Entscheidungen gerne selber treffe. Mit Rosa Roth sei sie auch über die Jahre nicht nachlässig geworden. Es ist, als ob sie über eine gute Freundin spricht. Nun trennen sich ihre Wege.

Rosa Roth, das war immer eine selbstbestimmte Frau, die Trenchcoat trug, alleine lebte in Berlin - und über die Berben einmal gesagt hat, so als müsse man das im Zweifel immer noch rechtfertigen: "Nein, die ist nicht einsam, der fehlt nichts, sie ist einfach eine eigenständige Frau." Sie selbst, die Berben, hat in all den Jahren viele bedeutende Rollen gespielt, die Konsulin Buddenbrook in Heinrich Breloers Thomas-Mann-Verfilmung etwa. Oft war sie in Filmen zu sehen, die (wie Rosa Roth) ihr Sohn Oliver produzierte, und (wie Rosa Roth) Carlo Rola inszenierte.

In Zusammenarbeit mit ihrem Sohn soll es auch weitergehen. Etwas in Richtung gute Komödie. Da denkt man an die Comedy-Serie Sketchup (BR), in der Iris Berben berühmt wurde. Das war nach den ersten, wilderen Rollen bei Rudolf Thomé und Klaus Lemke. Aber mit Sketchup soll die Neuheit nichts zu tun haben, in den Überlegungen spielen wohl eher Filme eine Rolle, gerne fürs ZDF.

Dort gibt es ja nun wieder jede Menge Programmplätze. An diesem Freitag verabschiedete der Mainzer Sender auch gleich die Krimi-Serie Kommissar Stolberg mit Rudolf Kowalski, die seit 2006 läuft. Für den Sendeplatz am Freitagabend soll nun der Regisseur Matti Geschonneck eine Krimiserie rund um eine junge LKA-Ermittlerin entwickeln. Am Freitag hat sich das ZDF auch bisher schon gerne Qualität geleistet, KDD etwa, oder Flemming.

Was in der vergangenen Woche bereits verkündet wurde, lässt derweil auf größere atmosphärische Veränderungen im Programm schließen. Da erklärte man, die beschaulichen Formate Der Landarzt und Forsthaus Falkenau zu ersetzen; der neue Programmchef Norbert Himmler sagt nun auf Anfrage dazu, der Grund liege allein darin, "dass wir auf diese Weise das Gesamtangebot modernisieren und erneuern". Intendant Thomas Bellut will das allerdings inzwischen nicht mehr so endgültig sehen. Er sagte nun, das werde "sicherlich noch mal diskutiert werden". Offenbar hängt die Entscheidung über eine mögliche Neuauflage von den Quoten der verbleibenden Staffeln ab.