Boxen im Ersten ARD-Aufsicht blockiert Geld für den Ring

Eigentlich sollten 54 Millionen Euro für Boxkämpfe zwischen 2012 und 2015 an eine Evenfirma fließen. Doch die ARD-Rundfunkräte blockieren den Vertrag.

Von Claudia Tieschky

Die Gremien der ARD haben den umstrittenen Box-Vertrag der Intendanten mit der Sauerland Event GmbH noch immer nicht bewilligt. Offenbar könnte die Vereinbarung am Widerstand der Rundfunkräte noch scheitern. Der Vertrag war von den Intendanten unter Federführung des MDR-Chefs Udo Reiter vor mehr als einem Jahr geschlossen worden und sieht vor, dass die ARD für die Übertragung der Boxkämpfe in den Jahren 2013 bis 2015 ingesamt 54 Millionen Euro an Sauerland zahlt.

Zuletzt forderte die Senderaufsicht bei der ARD-Hauptversammlung Anfang April in Stuttgart weitere Informationen über die Abmachung von den Intendanten und vertagte ihre Entscheidung. Lediglich die Aufsicht des MDR hat die Boxverträge abgesegnet, zustimmen müssen aber auch die Gremien von WDR, NDR und SWR.

Nicht nur dort bezweifeln Rundfunkräte, dass Boxkämpfe wirklich ins öffentlich-rechtliche Programm passen - und dass 54 Millionen Gebührengeld dafür gerechtfertigt sind. Der BR-Rundfunkrat beispielsweise hat sich schon lange gegen die Faustkämpfe ausgesprochen. Dazu kommt, dass sich die Aufsichtsgremien bei der Box-Entscheidung von den Intendanten übergangen fühlten.