18. Februar 2013, 16:31 Parodie "Djesus Uncrossed" Christoph Waltz räumt mit den Römern auf

Erst waren's die Nazis, dann die weißen Sklaventreiber und nun die Römer: In der Comedyshow "Saturday Night Live" mimt Christoph Waltz einen blutrünstigen Jesus - und lässt sich über den Humor der Deutschen aus.

Von Carolin Gasteiger

Schon in "Inglorious Basterds" und "Django Unchained" floss das Blut - nun übt Christoph Waltz, Quentin Tarantinos momentanes Lieblingskind, Rache an den Römern. "Nie mehr der nette Herr Jesus!", ruft er, den Gottessohn mimend und mit Samuraischwert und Schrotflinte bewaffnet, als er die überraschten römischen Legiönäre ins Jenseits schickt.

Was wie Tarantinos neuester Coup klingt, ist jedoch nur Waltz' Auftritt in der amerikanischen Spott-Comedyshow Saturday Night Live - der nun den Zorn christlicher Verbände auf sich zieht. Ganz in Tarantino-Tradition.

In dem Video Djesus Uncrossed, einer Parodie auf Inglourious Basterds, predigt Waltz als auferstandener "Djesus" (in Anspielung auf Django Unchained, Tarantinos jüngsten Kinofilm) "alles, nur nicht Vergebung". Mit Dornenkranz auf dem Kopf, abgebrochenem Kreuz auf dem Rücken und in einer Blutlache stehend sagt er den Römern den Kampf an - und Und jagt die Römer bis in den Tod. An seiner Seite: ein Brad-Pitt-Doppelgänger, der ähnlich der Nazijäger aus Inglorious Basterds eine Apostelriege für den Kampf gegen die Römer rekrutiert. Samuel L. Jackson alias Comedian Jay Pharoah mimt Judas, den Jesus mit einer Mega-Granate durchlöchert. Jesus' Kommentar dazu: "Wenn du in den Himmel kommst, sag meinem Vater 'hallo'".

Das Video ist in bester Tarantino-Manier unterhaltsam, voll von ironischen Anspielungen ("Wie Die Passion Christi, nur mit weniger Gewalt") und unter der Gürtellinie. Aber nicht minder empörend als die blasphemischen Aussagen im Clip wirkt Waltz' Eingeständnis zu Beginn der Show.

Seine Einladung zu Saturday Night Live mag den gebürtigen Wiener ja ehren. In seiner Eröffnungsrede sagte er, er habe schon lange in der Show sein wollen, sei aber immer als "ernster deutscher Schauspieler ohne Humor" abgewiegelt worden. Humor hatte Hollywood ihm also (noch) nicht zugetraut. Waltz' Klarstellung kam prompt: "Ich bin nicht Deutscher, ich bin Österreicher. Und wir Österreicher haben einen wunderbaren Sinn für Humor. Die Deutschen nicht so."

Aber Herr Waltz!

In einer Woche könnte er für seine Rolle in Django Unchained seinen zweiten Oscar gewinnen. Vorher sollten wir uns aber nochmal über Waltz' Verständnis von deutschem Humor unterhalten.

Mit Material von dpa