Milch ist ein Lebensmittel mit Zukunft geworden. Verbraucher freuen und wundern sich zunehmend über die wachsende Haltbarkeit. Andere ärgert's.
Milch ist ein Lebensmittel mit Zukunft geworden. Verbraucher freuen und wundern sich zunehmend über das Datum, das den Verfall des bisher kurzlebigen Drüsensekrets in ihren Kühlschränken markiert.
Über ihr Drüsensekret lässt sich trefflich streiten. (© Foto: iStockphotos)
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Sie kaufen augenscheinlich ganz normale Frischmilch in ganz normalen Tüten ein. Aber diese müssen sie nicht binnen weniger Tage austrinken; sie haben drei Wochen Zeit, bevor der Genuss kaum mehr genüsslich ist. "Hält länger frisch", "maxi frisch" oder "für extra langen Frischegenuss" steht auf den Packungen. Sonst steht da nichts.
Eben das macht nun Verbraucherschützer sauer. "Diese Milch ist gar nicht frisch", sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die so genannte ESL-Milch (für Extended Shelf Life - "ein längeres Leben im Regal" also) werde in der Fabrik auf 127 Grad Celsius erhitzt, wenn sie nicht durch feinste Filter gejagt wird. "Trotzdem wird sie als Frischmilch verkauft", moniert Schwartau. "Gekochte Eier würde dagegen wohl niemand als frisch bezeichnen."
Die verdrängte "normale" Milch
Die Ernährungswissenschaftlerin hat nach einem Marktcheck in Hamburger Supermärkten festgestellt: Die "Längerfrische" nimmt immer mehr Raum im Regal ein.
Sie scheint die normale Frischmilch, die lediglich auf 75 Grad Celsius erhitzt wird, mehr und mehr zu verdrängen (Text links). Bei den Discountern Aldi, Lidl und Penny gibt es schon keine frische Milch mehr, bei den Supermarkt-Ketten Real und Rewe ist nur noch jede vierte Tüte Milch wirklich frisch.
Schwartau ärgert vor allem die mangelhafte Kennzeichnung. "Wir sagen nicht, dass die Milch weniger gesund ist, aber der Verbraucher soll entscheiden können, was er trinkt", sagt sie. Denn außer den für längere Frische werbenden Botschaften findet der Kunde auf den Packungen und auch in den Produktinformationen im Internet oft keinen Hinweis auf den Herstellungsprozess.
Auch bei Bio-Milch handelt es sich häufig um ESL-Milch. "Die Anbieter nutzen Lücken im Gesetz", beklagt Schwartau. "Nur dadurch konnte es gelingen, das wertvolle Lebensmittel Frischmilch fast bis zum letzten Tropfen aus den Geschäften zu verbannen." Schließlich gingen bei jeder Erhitzung und bei längerer Lagerung Vitamine verloren.
Diesen Verlust könne der Verbraucher durchaus verschmerzen, meint dagegen Ulrich Kulozik, Inhaber des Lehrstuhls für Molkereitechnologie an der TU München. Selbst die noch höher erhitzte H-Milch erleide "so gut wie keine Vitaminverluste" im Vergleich zur pasteurisierten Milch.
"Und in Deutschland gibt es niemanden, der unter Vitaminmangel leidet, weil er zwei Prozent weniger Vitamin B1 aus der Milch bekommt", sagt Kulozik, der sich in mehreren Forschungsvorhaben mit der neuen Haltbarmachungsvariante beschäftigt, aber betont, dass er dafür kein Geld von der Milchindustrie erhalte.
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Moderne Verwaltung
So liebe Leute. Mein Puls ist auf 180. Ein Bundesinstitut MUß unabhängig von der Industrie arbeiten, sonst macht es sich strafbar! Schon mal etwas von Korruption gehört? Es gibt lediglich Studien, die dann auch als solche von der Industrie geförderten gekennzeichnet sind und auch nur von der Industrie öffentlich gemacht werden dürfen. So viel dazu.
Ich rate im Übrigen immer dazu, die Institute direkt anzumailen und keine Spekulationen anzustellen. So etwas wird in diesen Einrichtungen nicht allzu gern gesehen und kann zu Verwarnungen führen.
Über Geschmack läßts sichs sowieso immer streiten und die Wissenschaftler müssen vorsichtig sein in ihren Aussagen was .a. die Hygienevorschriften betrifft, so dass niemand im Nachhinein behaupten kann, das MRI hat das und das gesagt usw.
Das ist völlig normal!
Fakt ist, dass es die ESL Milch schon immer gab und sie jetzt nur anders gekennzeichnet werden soll und dass sich immer mehr Molkereiein auf die ESL Milchen einlassen, um selbstverständlich einen höheren Gewinn zu erzielen bzw. der Absatzmarkt erweitert wird.
Launi, Dipl. Mikrobiologin