Tinnitus, Migräne, Verspannungen - wenn Zähne und Mundmuskulatur nicht gesund sind, kann dies unangenehme Beschwerden auslösen.

"Die Rolle der Zähne für die Gesundheit wird leider immer noch unterschätzt", sagt Martina Lösser, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe.

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Mit drei Mal Zähneputzen pro Tag ist es in der Zahnpflege oft nicht getan (© Foto: iStockphotos)

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Die Statistik zeige vielmehr: Bei mehr als 85 Prozent der Deutschen sind die Funktionen von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen bereits gestört - Tendenz steigend.

"Vielen Menschen fehlt leider noch immer das Bewusstsein für die gesundheitliche Bedeutung der Zähne", sagte Lösser. Frauen seien von dem Problem doppelt so häufig betroffen wie Männer, bemängelt die Medizinerin.

Ursache sind Unterschiede beim Bindegewebe. Auch bei Funktionsstörungen des Kauapparates sind oft zunächst kleine Ursachen für die große Wirkung verantwortlich. So lasse beispielsweise Stress im Beruf, in der Universität oder in der Familie viele Patienten im Schlaf mit ihren Zähnen knirschen, sagte Lösser.

"Eine einfache Aufbiss-Schiene könnte hier schnell für Abhilfe sorgen. Doch selbst wenn Patienten bereits eine Schiene besitzen, werden sie oft vergessen oder aus Bequemlichkeit nicht getragen." Wird die Störung nicht frühzeitig behandelt, werden die Beschwerden chronisch - und Betroffenen steht ein Leidensweg bevor.

Neben stressbedingter Muskelverspannung kann auch der falsche Biss oder ein fehlerhafter Stand der Zähne Ausgangspunkt für eine gestörte Funktion des Kauorgans sein.

"Gerade jüngere Menschen können die Merkmale noch gut kompensieren", erklärte Lösser, die im nordrhein- westfälischen Siegen als Zahnärztin praktiziert. "Deshalb nehmen sie die Behandlungen nicht sehr ernst."

Ab Mitte 20 sei es damit jedoch spätestens vorbei. Obwohl diese Zusammenhänge keine neue Erkenntnis seien, müsse noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit die Verbindungen auch erkannt werden können.

"Die Diagnose kann jeder geschulte Zahnarzt mit wenigen Handgriffen und ohne große technische Ausrüstungen erstellen. Er muss nur wissen, dass er auf das Krankheitsbild achten muss", sagt Lösser.

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(dpa/sueddeutsche.de/mmk)