Protokoll: S. Bernhard

Am kommenden Samstag startet der Deutsche Elias Elhardt zum ersten Mal im Hauptfeld des Air & Style in Innsbruck. Wie es sich anfühlt, 30 Meter weit zu fliegen.

"Bei einem großen Wettkampf hat man viel Zeit, um nervös zu werden. Daher höre ich Musik, die mir Selbstvertrauen gibt: Meistens Hip-Hop, manchmal Cat Stevens. Der wichtigste Faktor ist die richtige Geschwindigkeit. Ich darf weder zu kurz noch zu weit fliegen, sondern muss die Landung genau treffen. Ein Fehler, und ich schlage aus vier oder fünf Metern Höhe im Flachen auf - keine angenehme Vorstellung.

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Fliegen ist schöner. (© Foto: QParks)

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Die Anfahrt ist steil und mein Board beschleunigt in der Schussfahrt rasend schnell. Schon nach wenigen Metern flattern Jacke und Hose wild im Fahrtwind, während ich den Blick starr auf die Absprungkante richte. Kurz bevor ich sie erreiche, bin ich so konzentriert, dass ich nichts um mich herum mehr wahrnehme. Es gibt nur noch mich und den Absprung. Der wichtigste Moment. Jetzt entscheidet sich, ob ich perfekt über die Schanze fliege oder in der Luft mit den Armen rudernd um Kontrolle kämpfen muss.

Selbst komplizierte Tricks wie ein Double Cork 1080, bei dem ich mich dreimal um meine Achse drehe, während ich gleichzeitig zwei Saltos ausführe, hat mein Körper so verinnerlicht, dass alles völlig automatisiert abläuft. Dabei weiß ich während jeder Phase des Fluges genau, in welcher Position sich mein Körper und das Board befinden. Bei so einem Sprung bin ich sicher zwei Sekunden in der Luft.

Es erscheint mir aber nur wie ein kurzer Wimpernschlag, bis ich im Schnee aufsetze. Nach einem perfekten Sprung butterweich. Plötzlich ist alles wieder da: Die Zuschauer, die Arena und die Musik in meinen Kopfhörern. Das Einzige, was nicht passieren darf, ist, die Orientierung zu verlieren. Denn wer nicht weiß, wo oben und unten ist, kann nicht mehr reagieren. Der kann nur noch auf den Aufprall warten."

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(SZ vom 30.11.2009/bilu)