Protokoll: Jochen Temsch

Hindernisse, Nässe, Matsch und Schmerzen, das ist der Braveheart Battle. 18,6 Kilometer durchs Gelände - der Sieger erzählt.

Der Geländelauf über 18,6 Kilometer nach dem Vorbild des britischen Tough Guy Race hat vorige Woche zum ersten Mal im unterfränkischen Münnerstadt stattgefunden. Am Start waren 600 Männer und Frauen. Sieger wurde der 33-jährige Polizist Christoph Merz in 1:42:04 Stunden.

Im Ziel: Christoph Merz, Sieger des Braveheart Battle. (© Foto: privat)

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"Ich bin in kurzen Hosen gerannt - und hätte meine Knie besser schützen müssen, die sind jetzt total aufgeschürft. Ich kann nicht auf dem Bauch schlafen. Aber während des Laufs habe ich nichts gemerkt, so ist mir da das Adrenalin reingeschossen.

Ich war nur darauf aus, durchzukommen. Gleich nach dem Startschuss geht es durch den Fluss Lauer. Ich war klatschnass und fror. Aber nicht lange, denn dann ging es einen sechs Meter hohen Turm aus Strohballen hoch. Danach das erste Kriechhindernis: ein Tarnnetz, knapp über den Boden gespannt, 50 Meter lang, durch Gras und Matsch. Anspruchsvoll fand ich auch mehrere, etwa zwei Meter tiefe Baggerlöcher hintereinander.

Es war nicht leicht, sich da rauszuziehen. Es ist mehr Abwechslung geboten als bei einer normalen Leichtathletik- veranstaltung, wo es immer geradeaus geht und nur auf die Ausdauer ankommt. Seit zehn Jahren mache ich Triathlons und laufe Marathons, meine Bestzeit liegt bei 2:49 Stunden.

Klettern, im Dreck wälzen - das hat mir das Gefühl gegeben, wieder ein kleiner Junge zu sein. Andererseits hat der Lauf mit Männlichkeit zu tun: mal alles rausschreien. Die Teilnehmer tragen Kriegsbemalung wie im Film "Braveheart". Davon habe ich mich anstecken lassen. Meine Frau hat mir den Fränkischen Rechen ins Gesicht gemalt. Dass auch einige Frauen mitgemacht haben, fand ich toll. Schade allerdings ist, dass es für sie keine eigene Wertung gab.

Die Siegestrophäe ist witzig: ein Felsbrocken, in dem ein Schwert steckt. Auf dieses Schwert habe ich auf der Party hinterher geschworen, dass ich auch nächstes Jahr wieder dabei bin."

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(SZ vom 26.12.2010/bilu)