Westfälischer Friedenspreis:Helmut Schmidt verkneift sich das Rauchen

War es die Angst vor Strafe oder die Sorge ums historische Interieur? Altkanzler Schmidt hat sich bei einer Preisverleihung in Münster das Rauchen verkniffen. Zwei Stunden hielt er aus.

Deutschlands bekanntester Kettenraucher Helmut Schmidt hat sich bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises in Münster das Rauchen verkniffen. Während der knapp zweistündigen Veranstaltung, die Schmidt mit seiner Lebensgefährtin Ruth Loah besuchte, griff er nicht zur Zigarette.

Diesmal ohne Zigarette. Bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises verkneift Helmut Schmidt sich das Rauchen. (Foto: dpa)

Im historischen Rathaus von Münster, in dem der Westfälischen Frieden unterzeichnet wurde, herrscht absolutes Rauchverbot. Der Friedenssaal in dem der Preis verliehen wird, ist rundherum mit Holz im Stile der Renaissance getäfelt. Es ist nicht bekannt, ob sich der Kanzler aus Sorge um die historische Einrichtung an das Verbot hielt oder er Bedenken wegen eines Bußgeldes hatte.

Der Chef des Münsteraner Ordnungsamtes, Martin Schulze Werner, hatte schon vor der Preisverleihung auf die Durchsetzung des Rauchverbotes gepocht. "Sollte Herr Schmidt anfangen zu rauchen, werden wir überlegen, was wir machen." hatte er die Münstersche Zeitung wissen lassen. Möglich wäre ein Knöllchen in Höhe von 35 Euro, das im Nachhinein per Post zugestellt wird. Oft ignoriert der beliebte Altkanzler Rauch-Verbote, selbst vor Fernsehkameras.

Schmidt ist in Münster für sein Engagement für ein friedlich geeintes Europa geehrt worden. "Wenn heute eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Staaten Europas nicht mehr denkbar ist, dann verdanken wir dies Menschen wie Helmut Schmidt", sagte Laudator Reinhard Zinkann, der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe.

© Süddeutsche.de/dpa/sst - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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