Als "Schönheits-Papst" wird er nicht müde, die Vorzüge von ästhetischen Eingriffen an Nasen und anderswo zu preisen. Nun reagiert Werner Mang äußerst verschnupft auf einen Artikel, der zweifelhafte Praktiken in seiner Klinik anprangert.
Werner Mang, seines Zeichens Schönheitschirurg vom Bodensee, beschäftigt sich normalerweise damit, Verbände nach Busenvergrößerungen, Nasenkorrekturen oder Po-Liftings sanft zu lüpfen - jetzt aber kämpft der 62-Jährige Mediziner mit härteren Bandagen.
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Schönheitschirurg Werner Mang. (© ddp)
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Gegen einen Redakteur des Nachrichtenmagazins Spiegel hat er Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg erstattet. Anlass ist ein Artikel unter dem Titel "Der Aufschneider", in dem es heißt, in Mangs 40-Betten-Haus in prominenter Lage auf der Lindauer Insel habe ein Arzt ohne Approbation operiert. Außerdem seien Krankenakten bei strittigen Fällen manipuliert worden, und Mang habe, entgegen seiner Zusicherung ängstlichen Patienten gegenüber, nicht selbst Hand angelegt bei Operationen.
Weil die "hier verbreiteten Behauptungen offenbar nicht unwesentlich auf Informationen aus vertraulichen Patientenakten" beruhten, hat der Mediziner, in den Medien auch "Schönheitspapst" oder einfach "Nasen-Mang" genannt, Anzeige erstattet.
Zu missglückten Fallbeispielen - wenn etwa ein Brustimplantat zu hoch gerutscht war - ließ er verlauten, dass es sich "lediglich um sechs Einzelfälle aus den letzten sieben Jahren" handele. Nasen-Spezialist Mang versucht mit dem ehemaligen Metro-Chef Erwin Conradi Europas größten Konzern für kosmetische Operationen zu formen.
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(SZ vom 04.10.2011/grc)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Immer wieder motzt die SZ gegen Fernsehserien, die plastische Chirurgie gezeigt hatten und Sendungen wie "Endlich traumhaft schön" oder "The Swan" wurden politisch korrekt verteufelt.
Männer denken mit dem.... nun ja, jedenfalls dreht sich alles um Äusserlichkeiten, nicht nur in der Medienbranche. Davon lebt auch Mang.
Ein Drittel aller Migränepatienten sind Männer und ein Fünftel aller Straffungen, Fettabsaugungen u.ä. wird bei Männern gemacht.
Bei den Zahnärzten ist es sogar umgedreht. Zahnimplatate sind teuer. Die Renteroma, die aus Schlesien vertrieben war mit fünf Kindern, die kann sich das nicht leisten, aber der Manager.
Jacketkronen gehören mit dazu, wenn man im Fernsehen etwas zu sagen hat. Das kostet einen Mittelklassewagen.
Mang gesundheitlich zu bwerten, steht mir nicht zu.
Aber den Marketing Preis für ständige PR hat er schon einmal verdient.
Wenn er auf tausend Patienten fünf hat, die ihn anzeigen, dann ist das nicht anders, als bei anderen Ärzten. Wo viel Licht ist, ist viel Schatten.
In der berühmten Alpha-Klinik in Bogenhausen gab es auch Beschwerden - dort war Orthopädie angesagt. Habe es nur aus der Zeitung erfahren.
Schade, so kritisch und genau die sueddeutsche sonst berichtet und sich über Mißstände und Betrügereien entrüstet, so entschärft und relativierend erscheint mir dieser Bericht.
Der SPIEGEL spricht hier deutlich von Körperverletzung in mehreren Fällen, derer sich Mang schuldig gemacht haben soll.
Dem SPIEGEL liegen nach eigener Aussage auch die Krankenakten vor, die Mang seltsamerweise immer dann als gestohlen gemeldet hat (und mit einem anderen Wortlaut zu Lasten des Patienten rekonstruiert hat), wenn der entsprechende Patient rechtliche Schritte gegen Mang eingeleitet hatte.
Die eigentliche Nachricht, die ich für berichtenswert halte, ist die, dass Herr Mang sich nicht von den eigentlichen Vorwürfen distanziert:
Er gibt einen Teil der Vorwürfe plötzlich sogar zu, obwohl er sie laut SPIEGEL zuvor noch geleugnet hatte.
Was sagt uns, dass diese Einzelfälle nicht die Spitze des Eisberges waren?
Wieso tut der investigative Journalismus nicht seine Pflicht und versucht dies zu ergründen?
Ist es Angst vor Anzeigen? Ist es Dankbarkeit, dass man sich mit Hilfe von Interviews im Glanz des Dr. Mang sonnen durfte?
Den Opfern dürfte z.B. die Schönheit Lindaus ziemlich egal sein, die Herr Mang im sz-Interview preisen durfte (um sich selbst ein weiteres Mal ins rechte Licht zu rücken).
Traurig aber wahr: Gerade die Medien - darunter auch die sz - tragen eine gewisse Mitverantwortung:
Würden die Redakteure der sueddeutschen auch alte Beiträge ihres Blattes lesen, wie z.B. diesen hier
http://www.sueddeutsche.de/leben/medizin-und-wahnsinn-nasen-von-der-stange-1.46772
hätten sie Mang nicht mehr hofieren dürfen.
Ohne den Medienhype hätte sich kaum ein vernünftiger Mensch darauf eingelassen, sich von einem Facharzt für HNO die Brüste operieren zu lassen. Stattdessen wären sie zu einem Facharzt für plastische Chirurgie gegangen...
Wie kann ein vermeintlich seiöses Blatt wie die sueddeutsche die Meinungen von anderen Spezialisten (und jetzt sogar belegbare Berichte von Opfern) derart ignorieren bzw. zu Randnotizen herabstufen?
Verantwortungsbewusstsein ist scheinbar nicht nur in der Politik, sondern auch bei den Medien Mangelware.
Nur dachte ich immer, dass zumindest die sz hier etwas besser wäre als andere...
nicht bei sich selber an ?
So hässlich, hängende Wangen und Tränensäcke.
Für jeden Kunden müsste es doch ein klares Zeichen sein, sich niemals auf eien Schönheitsoperation einzulassen, wenn selbst der Arzt diese an sich nicht wagt.
wegen welchen Tatbestands der Nasen-Mang den Spiegel verklagt hat. Alle anderen Vorwürfe scheinen dann schon einmal zu stimmen und bei dem anderen Vorwurf werden dann die Gerichte entscheiden.
Bei den "lediglich um sechs Einzelfälle aus den letzten sieben Jahren" fehlt der Zusatz "bekannt gewordenen". Die Realität könnte schon anders aussehen.