Das Reinheitsgebot feiert heute seinen 494. Geburtstag. Zu den ersten Gratulanten gehört Markus Lohner. Der Biersommelier über Bier, Frauen und Zanderfilet.
Markus Lohner ist professioneller Bierverkoster. Seit gut zwei Jahren trägt der Brauereianlagen-Unternehmer aus dem oberbayerischen Truchtlaching offiziell den Titel des Biersommeliers. Fünf Fragen an den Bierexperten.
"Bier gehört ins Glas!": Markus Lohner ist professioneller Bierverkoster. (© Foto: oh)
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sueddeutsche.de: Was ist ein gutes Bier?
Markus Lohner: Ein Bier muss den Geschmack der jeweiligen Person treffen und eine hohe drinkability haben, das heißt, Lust wecken, weiter zu trinken. In der Brauerei ist es wie in der Küche: Mit guten Zutaten steigt die Chance, ein gutes Bier zu machen. Dazu gehört aber auch die Brauereianlage und die Braukunst.
sueddeutsche.de: Aus der Flasche oder aus dem Glas?
Lohner: Ganz klar: Aus dem Glas! Zwar schmeckt ein Feierabendbier auch mal ganz gut aus der Flasche, aber das Fassbier hat ganz klare Vorteile. Das liegt vor allem daran, dass die Fässer größer sind und weniger bewegt werden. Durch Schütteln, Lichteinfall und Wärme verliert das Bier an Geschmack. Deswegen schmeckt es auch in der Brauerei oder im Braureigasthof direkt am besten.
sueddeutsche.de: Bier - zum Fußball oder zum Zanderfilet?
Lohner: Natürlich ist Bier in die Fußball-Schublade reingedrückt worden, aber es passt zu beidem. Helles und Weißbier, die beiden Biersorten, die in Bayern am weitesten verbreitet sind, passen nicht zu allen Gerichten. Aber es gibt Biere, die zum Beispiel sehr gut zu Süßspeisen passen. Oder hopfiges, also aromatisch-würziges Bier fängt scharfe Gerichte gut ab. Da sind wir aber in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern allerdings hinterher.
sueddeutsche.de: Ist Bier Männersache?
Lohner: Definitiv nicht! Aber vielen Frauen ist ein halber Liter zu viel - dass mehr Männer Bier trinken, hat also etwas mit der Gebindegröße, der Menge zu tun. So werden 0,25-Flaschen von Frauen sehr gut angenommen. Auch starke Biersorten kommen bei Frauen gut an - in kleinen Größen.
sueddeutsche.de: Wohin geht der Trend beim Bier?
Lohner: Es gibt kein schlechtes Bier mehr, aber die Biere sind auch einheitlicher geworden. Das liegt einerseits an den Brauverfahren, andererseits an dem Bestreben der Brauereien, immer mehr zu verkaufen. Das sogenannte Fernsehbier, das für eine breite Masse sehr gut trinkbar sein muss, darf dann keine Ecken und Kanten mehr haben. Ein solcher Trend löst aber immer auch eine Gegenbewegung aus - kleine Brauereien und extreme Sorten, zum Beispiel ein Bier, das man 18 Monate in Whiskeyfässern reifen lässt. Solche Biere sind durchaus auch mit Weinen vergleichbar.
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(sueddeutsche.de/leja/vs)
Bundespräsident Gauck in Israel
"Es gibt kein schlechtes Bier mehr, aber die Biere sind auch einheitlicher geworden."
Es gibt schlechtes Bier und zwar das aus dem internationalen Grossbrauereien. Einfach nicht trinkbar.
Da lob ich mir die kleineren Brauereien oder von mir aus auch ein Augustiner, oder Paulaner.
zitat:
"Ein Bier muss den Geschmack der jeweiligen Person treffen und eine hohe drinkability haben, das heißt, Lust wecken"
jetzt weis ich, warum ich immer nach einem bierle den röcken hinterherschaue, wenn es die lust weckt!
...beim Bier gibt es eine (R)Einheit