"Wie mit dem Auto mit 350 km/h durch eine Garage fahren": Einst nur ein Spektakel, sind Air Races heute Wettkämpfe der internationalen Pilotenelite.
Als das Startkommando kommt, hört er auf zu denken. Matthias Dolderer sitzt im Cockpit - 1000 Meter hoch über Porto, drei Kilometer vor dem ersten Tor der Rennstrecke unten auf dem Fluss. Über Dolderers austrainiertem Körper spannt ein enger Rennanzug, der Pilot klemmt halb liegend in seiner Edge 540.
Beim Flug durch den Parcours geht es um Zentimeter. Denn wer beim Air Race nicht exakt den vorgeschriebenen Kurs einhält, kassiert Strafsekunden. (© Foto: oh)
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Sein rotes Flugzeug ist lang wie eine Limousine, dick wie ein Weinfass - eine Hightech-Röhre aus Karbon. Vorne ein Propeller mit drei Blättern, an den Seiten zwei armdicke Flügel. Spannweite: 7,50 Meter. Die Renntore messen zehn Meter. Dolderer beschleunigt im Anflug auf 340 km/h, noch sieben Sekunden bis zum ersten Tor. Mit schreiendem Motor sinkt er runter zu den weißen Pylonen, die den eineinhalb Kilometer langen Kurs markieren. Er wird sie zehn Meter über dem Wasser passieren, nur 50 Meter entfernt von den Zuschauern. Nicht einen von ihnen nimmt er wahr. Er konzentriert sich nur auf das erste Tor aus zwei luftgefüllten Türmen vor ihm. Jetzt muss er sich auf sein Gefühl verlassen - es wird ihn täuschen.
Es ist der Qualifikationstag beim Red Bull Air Race in Porto, dem fünften von sechs Rennen 2009 und Dolderer ist in dieser Saison zum ersten Mal dabei. Bei dieser inoffiziellen Weltmeisterschaft mit 15 Piloten wird der Sieger ermittelt wie in der Formel 1: Rennen in Städten auf verschiedenen Kontinenten und verschiedenen Kursen, zur Sicherheit meist über Wasser. In den sechs Jahren, in denen das Air Race besteht, ist allerdings noch nie etwas passiert. Je besser die Rundenzeiten, desto besser die Platzierung, umso mehr WM-Punkte erhält ein Team.
Für Flugzeuge und Rennen gibt es strikte Vorgaben: zum Beispiel ein Mindestgewicht, eine maximale Geschwindigkeit. Und auch der Flug durch die Tore ist dreidimensional genau vorgeschrieben. Manche müssen exakt horizontal durchquert werden - wer nur um zehn Grad Neigung abweicht, bekommt zwei Strafsekunden. Zudem dürfen die Piloten die Tore nur in einem bestimmten Korridor passieren - mindestens zehn Meter über dem Wasser, maximal 20. Berührt eine Tragfläche einen der Pylone, zerreißt dieser und fällt in sich zusammen - keine Gefahr für das Flugzeug, aber sechs Strafsekunden für den Piloten.
Je schneller, desto besser
Dolderer rast durch das Starttor. Drei Pylone in einer Reihe muss er im Slalom umfliegen. Zunächst zeigt der linke Flügel senkrecht nach oben, eine Sekunde später und 100 Meter weiter ist der rechte Flügel oben, dann wieder der linke. Dann eine vertikale Schleife: erst hoch, dann kurz über Kopf, in der Längsachse drehen und wieder runter. Dolderer wird mit mehr als dem zehnfachen seines Körpergewichts in den Sitz gepresst - 10,6g zeigen die Messgeräte.
Das muss der Pilot allerdings erfühlen, denn auf die Anzeige schauen kann er nicht. Je enger und schneller die Kurven geflogen werden, desto besser für die Rundenzeit, desto mehr g und damit schlechter für Körper und Kohlefasern. Deshalb werden die Piloten disqualifiziert, die mehr als zwölf g erreichen. Aber wer zu wenig beschleunigt, verliert Zeit und verpasst die Qualifikation für das Rennen.
"Das hier sind wohl die besten Piloten der Welt", sagt Rüdiger Schad, Rennbeobachter des internationalen Flugsportverbandes FAI. Seit 2003 gibt es das von Red Bull ins Leben gerufene Rennen; und das Spektakel wurde von Jahr zu Jahr erweitert. Um daraus aber eine FAI-Flug-Weltmeisterschaft zu machen, ist der Sponsorenschriftzug im Veranstaltungsnamen eher hinderlich, da ist man sich bei Zuschauern und Teilnehmern einig. Denn Red Bull steht noch immer mehr für Show als für Sport - auch wenn hier die Pilotenelite antritt und Extremsport auf höchstem Niveau bietet.
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vollkommene alles ueberstrahlende idio tie ...das sag ich als pilot
Es mag sein, dass es sich bei diesem Sport um die besten Piloten der Welt handelt, aber was soll das ganze? Menschen riskieren ihr Leben, Treibstoff und andere Resourcen werden verbraucht? Vielleicht fehlt mir etwas, um das toll zu finden. Wenn ich einen spektakulären Flugkünster sehen will, dann schaue ich mir einen Kolibir an. Meine Mag vielleicht einseitig sein, aber bei so einem "Sport" (und vielen anderen) darf man doch sicherlich auch mal die Frage stellen: Was soll das??